Eine Polizistin sperrt den Bereich vor dem Willy-Brandt-Haus ab. | Bildquelle: dpa

Entwarnung in Berlin Kein Sprengstoff in SPD-Parteizentrale

Stand: 22.05.2017 12:18 Uhr

Eine verdächtige Sendung hat in der Poststelle der SPD-Parteizentrale in Berlin für Aufregung gesorgt. Das Gebäude wurde evakuiert. Nun wurde Entwarnung gegeben: Der Gegenstand ist ungefährlich. Weil die Sendung aber seltsam anmutet, wird weiter ermittelt.

Entwarnung bei der SPD: Ein verdächtiger Gegenstand in der Poststelle der Parteizentrale hat sich nach Angaben der Polizei als ungefährlich herausgestellt. Nach etwa 90 Minuten konnten die versammelte Parteispitze und zahlreiche Mitarbeiter in das zuvor geräumte Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg zurückkehren. Ein Polizeisprecher sagte, bei dem in der Poststelle sichergestellten Gegenstand habe es sich um eine Art selbstgebaute hölzerne Truhe gehandelt, die wie eine Spendenbox ausgesehen habe.

Die verdächtige Sendung war am Vormittag aufgefallen. Nach einer ersten Röntgenaufnahme sei die Polizei alarmiert worden: "Es sah so aus, als wenn in der Tat ein paar Drähte herausragen würden", sagte der Polizeisprecher. Nach weiteren Untersuchungen sei klar geworden, dass keine Gefahr für das Gebäude oder Menschen bestanden habe. Ob es sich um einen Scherz gehandelt habe, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.

Ausharren auf Bürgersteig

Spitzengenossen wie Fraktionschef Thomas Oppermann, Generalsekretärin Katarina Barley, Arbeitsministerin Andrea Nahles und Familienministerin Manuela Schwesig harrten während der Räumung auf dem Bürgersteig aus. Die Polizei sperrte das Gebäude weiträumig ab. Im Willy-Brandt-Haus waren Warnsirenen zu hören.

SPD-Mitglieder stehen nach der Räumung des Willy-Brandt-Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite. | Bildquelle: dpa
galerie

Arbeitsplatz gesperrt: SPD-Politiker stehen nach der Räumung des Willy-Brandt-Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Der Zwischenfall ereignete sich für den Parteivorstand zur Unzeit: Er sollte eigentlich ab 10.00 Uhr abschließend über den Entwurf des Regierungsprogramms beraten, über den ein Parteitag am 25. Juni entscheidet. Genau in diese Zeit fiel auch die Evakuierung. Die Inhalte des Wahlprogramms sind seit der ersten Beratungsrunde in der vergangenen Woche weitgehend bekannt. Es fehlen allerdings weiterhin Festlegungen zur Renten- und Steuerpolitik. Diese sollen bis zum Parteitag nachgeliefert werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Mai 2017 um 12:30 Uhr

Darstellung: