Die Hartz IV-Empfängerin Sandra Schlensog aus Karlsruhe begrüßt den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. | Bildquelle: dpa

Armut in Deutschland Spahn trifft Hartz-IV-Kritikerin

Stand: 17.05.2018 04:42 Uhr

Vertrauliches Gespräch statt großer Auftritt: Der CDU-Politiker Spahn hat mit einer Hartz-IV-Empfängerin gesprochen. Sie hatte ihn aufgefordert, einen Monat lang von der Grundsicherung zu leben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit einer Hartz-IV-Empfängerin getroffen - rund sieben Wochen nach seiner umstrittenen Äußerung zu Armut in Deutschland. Die Frau hatte den CDU-Politiker in einer Internetpetition aufgerufen, einen Monat lang von der Grundsicherung zu leben.

Das vertrauliche Gespräch dauerte gut eine Stunde lang und fand in der Wohnung der Frau in Karlsruhe statt - "unter vier Augen", wie es hieß. Die arbeitslose und alleinerziehende Sandra Schlensog übergab dem Minister dabei die Petition mit rund 210.000 Unterschriften.

Jens Spahn trifft Hartz-IV-Kritikerin
tagesthemen 23:05 Uhr, 28.04.2018, Jenni Rieger, SWR

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Spahn will Hartz IV nicht ausprobieren

"Es war ein gutes Gespräch miteinander", sagte Spahn nach dem Treffen. Wie es sich anfühlt, einen Monat lang von Hartz IV zu leben, will der CDU-Politiker nicht ausprobieren. Die Zahl der Unterschriften der Petition nannte er bemerkenswert, erklärte aber schriftlich: "Ich denke, dass es viele Bürger eher als Farce empfänden, wenn ich als Bundesminister versuchte, für einen Monat von Hartz IV zu leben."

Allerdings räumte Spahn ein, es sei ohne Zweifel schwierig, von Hartz IV zu leben. Schlensog erklärte, es sei schade, dass sich der Politiker auf das Experiment nicht einlasse. Seine Einwände seien aber nicht völlig von der Hand zu weisen.

Demonstranten tragen in Karlsruhe ein Banner mit der Aufschrift "Hartz IV bedeutet Armut". | Bildquelle: dpa
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Vor dem Treffen in Karlsruhe haben etwa 100 Menschen in der Karlsruher Innenstadt gegen Hartz IV demonstriert.

"Es ist Zeit aufzustehen"

Schlensog hatte Spahn für seine Aussage kritisiert, dass Hartz IV nicht Armut bedeute, sondern die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut sei. Der CDU-Politiker hatte sie daraufhin angerufen und ihr ein vertrauliches Gespräch angeboten.

Vor dem Treffen in der Wohnung der 40-Jährigen hatten in der Karlsruher Innenstadt etwa 100 Menschen demonstriert. Sie forderten mehr Geld und eine bessere Behandlung von Beziehern der Sozialleistung. "Wir sind hier, weil es Zeit ist aufzustehen", sagte Schlensog bei dem Protest.

Der Hartz-IV-Regelsatz beträgt für Alleinstehende 416 Euro im Monat und für einen volljährigen Partner in einer Bedarfsgemeinschaft 374 Euro. Ein Kind zwischen sieben und 14 Jahren bekommt 296 Euro.

Über dieses Thema berichten die tagesthemen am 28. April 2018 um 23:05 Uhr.

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