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29.05.2012

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Scanner-Bild (Foto: dpa)
Polizisten gegen "staatlich verordneten Striptease"
Breite Front gegen Zulassung von "Nackt-Scannern"

Polizisten gegen "staatlich verordneten Striptease"

Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg (Archivbild) (Foto: dpa) [Bildunterschrift: Körperscanner sorgten nicht für mehr Sicherheit, so GdP-Chef Freiberg ]
Vertreter aus Politik, Kirche und Gewerkschaften lehnen die von der EU-Kommission vorgeschlagenen "Nackt-Scanner" an Flughäfen unisono ab. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", das Sicherheitsniveau an Flughäfen lasse sich durch Körperscanner "sicher nicht verbessern". Die Debatte führe dazu, dass die Bevölkerung die Sicherheitspolitik zunehmend als maß- und schamlos wahrnehme. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) reagierte ebenso mit Unverständnis. Einen "staatlich verordneten Striptease" an Flughäfen brauche niemand, so DPolG-Chef Rainer Wendt.

"Intimsphäre ist absolut unantastbar"

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Erzbischof Robert Zollitsch sieht die Intimsphäre durch "Nackt-Scanner" verletzt ]
"Die Intimsphäre ist absolut unantastbar", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch der "Augsburger Allgemeinen Zeitung". Der SPD-Europaparlamentarier Martin Schulz kritisierte, Nacktscanner würden die Sicherheit keinesfalls erhöhen. Er bezeichnete den Einsatz solcher Geräte in den "Ruhr Nachrichten" als "unverhältnismäßig und nicht erforderlich". Es sei zwar richtig, dass sie anders als Metalldetektoren auch Plastiksprengstoff oder Keramikmesser finden. Aber auch heute schon seien schon Leibesvisitationen im konkreten Verdachtsfall möglich.

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  • Datenschutzbeauftragter Schaar kritisiert den Einsatz von Ganzkörper-Scannern
    tagesschau 20:00 Uhr, 23.10.2008 [Frank Jahn, ARD Berlin]
  • intern Weitere Video-Formate .

Antonio Tajani (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani ]
EU-Kommissar Antonio Tajani will innerhalb der EU neue Scanner zulassen, die Fluggäste mit Hilfe elektromagnetischer Strahlen bis auf die Haut durchleuchten. Auf einem dreidimensionalen Bild wird der Passagier in Umrissen ohne Kleidung sichtbar. Bevor die neuen Scanner an Flughäfen in Deutschland eingesetzt werden können, werden die Geräte zunächst von Experten der Bundespolizei getestet. Erst wenn die Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllt seien, könne über mögliche Praxistests entschieden werden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

EU-Parlament will neue Prüfung

Scanner-Bild (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bis auf die Haut: Die neuen Scanner machen Kleidung unsichtbar und sollen Waffen aufspüren. ]
Auch das EU-Parlament will sich weiter mit dem Thema beschäftigen. In einer Entschließung forderten die Abgeordneten die EU-Kommission auf, in den kommenden drei Monaten die möglichen Auswirkungen auf Persönlichkeitsrechte und Gesundheit zu prüfen. Ein Antrag der Liberalen Fraktion, die Scanner generell zu verbieten, fand jedoch keine Mehrheit.

Geräte, die Fluggäste bis auf die Haut durchleuchten, werden bereits auf Flughäfen in den USA sowie in Amsterdam, Zürich und London eingesetzt. Die sollen unter anderem Plastiksprengstoff oder Keramikmesser finden, die von den bislang gängigen Metalldetektoren nicht erfasst werden. Sie arbeiten mit Hilfe angeblich ungefährlicher elektromagnetischer Strahlen im Terahertz-Bereich. Laut Medienberichten befürwortet das britische Innenministerium den flächendeckenden Einsatz ähnlicher Geräte auf Straßen, Plätzen und vor Fußballstadien.

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Nackt-Scanner: Sicherheit oder Unverschämtheit?

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen "Nackt-Scanner" bald überall in der EU auf Flughäfen genutzt werden können. Anders als mit Metalldetektoren können mit ihnen auch Plastiksprengstoff oder Keramikmesser entdeckt werden. Das sei ein Sicherheitsgewinn, so das Argument der EU-Kommission. Vertreter aus Politik, Kirche aber auch von Polizeigewerkschaften laufen dagegen Sturm. Auch die Bundesregierung lehnt das Vorhaben ab. Denn die Geräte durchleuchten Menschen bis auf die Haut und machen somit quasi Nacktbilder. Was wiegt Ihrer Meinung nach schwerer? Der Sicherheitsgewinn oder der Schutz der Intimsphäre?

Stand: 24.10.2008 07:11 Uhr
 

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