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Die Schweinegrippe (auch "neue Grippe" oder medizinisch Influenza A/H1N1 genannt) ist zunächst einmal eine ganz normale Atemwegserkrankung. Ansteckungen sind häufig, Todesfälle bislang relativ selten. Bei dem jetzt aufgetretenen neuen Virustyp H1N1 handelt es sich um eine Variante der klassischen Schweinegrippe. Jedes Virus ändert sich ständig.
Mehr als 38 Grad Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit - die Symptome sind denen der "normalen" Grippe sehr ähnlich. Bei manchen Schweinegrippe-Kranken kommt es auch zu Übelkeit und Durchfall. Anders als bei der saisonalen Grippe erkranken an der Schweinegrippe aber eher jüngere Menschen.
Dies geschieht auf gleiche Weise wie die gewöhnliche Grippe-Infektion, also vorwiegend über Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Husten oder Niesen.
Bei der klassischen Schweine-Influenza hingegen handelt es sich um eine Tierseuche, bei der es nur einzelne Erkrankungsfälle bei Menschen gibt, die direkten Kontakt zu Schweinen hatten. In diesem Fall waren Schweine gleichzeitig mit Schweine-, Vogel- und Menschenviren infiziert, im Körper des Schweins fand ein Gen-Austausch zwischen den verschiedenen Viren statt. So entstand ein neuer Virustyp, der tierische und menschliche Virusgene in sich vereinigt und damit auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Inzwischen wird nicht mehr bei jedem Verdachtsfall mit einem Labortest geprüft, ob tatsächlich ein Fall von Influenzea A/H1N1 vorliegt. Die Tests werden in der Regel nur noch bei Personen durchgeführt, die einer stärker gefährdeten Risikogruppe angehören (zum Beispiel Schwangere, chronisch Kranke) oder durch ihren Beruf mit leicht infizierbaren Personen in Kontakt kommen können (z. B. Pflegekräfte und medizinisches Personal).
Als sicherer Nachweis gilt für das Robert-Koch-Institut außerdem ein epidemiologischer Befund: Das bedeutet, dass ein Patient mit Grippesymptomen Kontakt mit H1N1-Infizierten hatte, bei denen er sich angesteckt haben könnte.
Andere Grippenviren seien derzeit kaum im Umlauf, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker, Anfang November 2009: "Wer Grippe hat, hat H1N1." Die Regelung, nach der auch Verdachtsfälle ohne Labortest oder epidemologischen Befund von Ärzten an das örtliche Gesundheitsamt gemeldet werden musste, hob die Bundesregierung Mitte November wegen der Vielzahl der Fälle auf.
In den ersten 48 Stunden kann versucht werden, die Krankheit mit Medikamenten wie Tamiflu und Relenza zu behandeln. Beide Mittel sind verschreibungspflichtig. Sie werden bislang nur Patienten aus den Risikogruppen verschrieben, dürfen nur unter ärztlicher Kontrolle und keinesfalls präventiv genommen werden. Dies hat bereits dazu geführt, dass einige Viren Resistenzen gegen die antiviralen Medikamente entwickelt haben.
Nach mehr als 48 Stunden raten Ärzte, die Krankheit wie eine normale Grippe auszukurieren.
Die Bundesregierung setzt vor allem auf freiwillige Impfungen. Zunächst sollen sich medizinisches Personal sowie Personane aus Risikogruppen impfen lassen. Insgesamt sind 50 Millionen Dosen Impfstoff bestellt. Den Staat oder die Krankenkassen kostet das zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Euro.
Weitere Fragen und Antworten zur Impfung gegen die Schweinegrippe finden Sie hier.
Aus Sicht von Experten bietet Alltagshygiene bereits relativ viel Schutz: So wird häufiges Händewaschen empfohlen. Wenn man niesen muss, sollte man in die Ellenbeuge niesen oder in ein Einmaltaschentuch, das sofort weggeworfen wird. Große Menschenansammlungen oder engen Kontakt zu Infizierten sollte man meiden.
Experten raten, dass Schweinegrippen-Erkrankte möglichst Kontakte mit anderen Menschen vermeiden, um diese nicht anzustecken - also zum Beispiel zu Hause bleiben und dort in einem getrennten Zimmer schlafen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Menschen, die sich krank fühlen, ihren Besuch beim Arzt vorher telefonisch anzukündigen. Teilweise haben Ärzte auch getrennte Wartebereiche eingerichtet. Eine Quarantäne von Erkrankten gibt es aber nicht.
Das Robert-Koch-Institut dokumentiert die seinem "epedimiologischen Wochenbericht" auf seiner Website die aktuelle und die Gesamtzahl der infizierten Fälle, bei denen ein positiver Labor-Test oder eine epdimiologische Bestätigung vorliegen. Getestet werden aber längst nicht mehr alle Patienten. Wie groß die Zahl der Erkrankten, die gar nicht erst zum Arzt gehen und daher nicht registriert werden, weiß niemand. Die Dunkelziffer könnte also sehr groß sein.
Insgesamt gibt es sechs Pandemie-Warnstufen. Die höchste Stufe setzt die WHO in Kraft, wenn das Virus in mindestens eine Region außerhalb der Ursprungsregion gewandert ist und regelmäßig von Mensch zu Mensch übertragen wird. Damit wird eine Pandemiephase offiziell festgestellt. Der Begriff leitet sich aus den griechischen Wörtern "pan" (alles) und "demos" (Volk) ab und bezeichnet damit etwas, das die ganze Bevölkerung betrifft. Typisch für eine Pandemie ist auch die schnelle Ausbreitung.
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