Neuwagen in einem Autoturm im VW-Werk Wolfsburg | Bildquelle: dpa

Zukunft der Autoindustrie Fünf-Punkte-Plan von Schulz

Stand: 11.08.2017 15:56 Uhr

Mit einem Fünf-Punkte-Plan will SPD-Kanzlerkandidat Schulz die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland sichern. Dabei geht es um Investitionen, Innovationen und auch um gesetzliche Rahmenbedingungen. Hier ein Überblick.

Für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist klar - die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland kommt nicht von allein. Zu viel Vertrauen hätten die jüngsten Skandale gekostet, zu groß seien die Herausforderungen in Form von Digitalisierung und alternativen Antrieben.

Daher legte Schulz nun einen Fünf-Punkte-Plan vor, der ein Zukunftskonzept für die Automobilbranche enthält.

Die Punkte im Überblick

1. Von der Autoindustrie fordert Schulz, die beim Diesel-Gipfel am 2. August vereinbarten Maßnahmen schnell und konsequent umzusetzen. Bei einem zweiten Diesel-Gipfel solle eine Zwischenbilanz über die Umsetzung vorgelegt und gegebenenfalls über weitere Schritte entschieden werden.

2. Die Politik trage die Verantwortung dafür, dass die gesetzlichen Vorgaben klar und eindeutig sind. Zudem sollen die Verbraucher in ihren Rechten gestärkt und das staatliche Kontrollsystem verbessert werden. Mit stichprobenartigen Nachkontrollen von neu zugelassenen Fahrzeugen im Realbetrieb soll der Druck auf die Autohersteller erhöht werden.

3. Eine nachhaltige und innovative Automobilität will Schulz durch Rahmenbedingungen und Investitionen sichern. Dabei nimmt er in erster Linie die Vorstände der Autohersteller in die Pflicht. Um den Anteil von Elektrofahrzeugen zu erhöhen, bringt er hier aber auch eine verbindliche europäische E-Mobilitätsquote ins Gespräch.

4. Um den Strukturwandel der Automobilbranche voranzubringen hält Schulz eine "aktive Industriepolitik" für unverzichtbar. Ziel sei es, in Deutschland und Europa alle notwendigen Schlüsseltechnologien bereit zu halten, um die Abhängigkeiten von ausländischen Herstellern zu verringern. Als Beispiel nennt Schulz hier etwa die eigene Batterie- und Zellproduktion für Elektroautos in Deutschland.

5. Nicht zuletzt hält Schulz es für notwendig, neue, nutzerorientierte Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Dabei geht es etwa um eine Vernetzung des Öffentlichen Personnennahverkehrs, von Schienen- und Radwegen sowie um neue Logistik-Konzepte für den Lieferverkehr in Innenstädten. Der SPD-Kanzlerkandidat will zudem bald einen "Deutschlandtakt"-Fahrplan vorlegen, der die zentrale Bedeutung von Pünktlichkeit und gutem Service beim Schienenverkehr in den Vordergrund rücken und somit seine Attraktivität steigern soll.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. August 2017 um 16:00 Uhr.

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