Jubelnde CDU-Anhänger im Saarland | Bildquelle: dpa

Landtagswahl im Saarland Klarer CDU-Sieg an der Saar

Stand: 26.03.2017 20:06 Uhr

Für die CDU ist es ein Start nach Maß ins Wahljahr: Rund 40 Prozent an der Saar. Die SPD muss einsehen: Ein Schulz reicht nicht zum Sieg. Die Linkspartei gehört ebenfalls zu den Verlierern. Die AfD zieht ins elfte Parlament ein. Grüne, FDP und Piraten sind raus. Damit könnte die Große Koalition weitermachen.

Klarer CDU-Sieg an der Saar: Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die erste Landtagswahl des Jahres unerwartet deutlich gewonnen. Die CDU bleibt stärkste Kraft - und kann ihre Macht sogar noch ausbauen. Laut Hochrechnung von Infratest dimap landet die CDU bei 40,6 Prozent (2012: 35,2 Prozent).

Die SPD mit Spitzenkandidatin Anke Rehlinger kommt mit 29,7 Prozent auf den zweiten Platz - das ist weniger als zuletzt in Umfragen vorhergesagt und auch weniger als 2012 (30,6 Prozent). Entsprechend enttäuscht äußerte sich die 40-Jährige. Wahlziel nicht erreicht, so ihr Fazit. Die Linkspartei mit Galionsfigur Oskar Lafontaine an der Spitze erreicht 13 Prozent und bleibt damit hinter ihrem Ergebnis von 2012 zurück (16,1 Prozent).

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Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl Saarland 2017

Bild: Vorl. amtl. Ergebnis

AfD sicher im Parlament

Die AfD bleibt bei ihrer Premiere im Saarland einstellig, schafft aber locker die Fünf-Prozent-Hürde. 6,2 Prozent holt die Partei mit Spitzenkandidat Rolf Müller, die AfD ist damit in elf Landesparlamenten vertreten.

Die Grünen, die es 2012 nur denkbar knapp in den Landtag geschafft haben, scheitern diesmal wohl an der Sperrklausel. Laut Hochrechnung liegen die Grünen mit dem Spitzenduo Hubert Ulrich und Barbara Meyer-Gluche bei 4 Prozent. Für die FDP ist der Wahlabend gelaufen - mit 3,1 Prozent hat sie erneut nichts mit der Zusammensetzung des Landtags zu tun. Raus sind die Piraten: Nach fünf Jahren im Parlament scheitern sie nun klar an der Fünf-Prozent-Hürde.  

"AKK-Effekt" an der Saar

CDU-Ministerpräsidentin und Merkel-Vertraute Kramp-Karrenbauer ist damit klare Wahlsiegerin an der Saar. Ihr Ziel war es, stärkste Kraft im Land zu bleiben - und die Große Koalition mit der SPD unter ihrer Führung fortzusetzen. Das Bündnis arbeitet seit 2012 geräuschlos und effizient. Kramp-Karrenbauer, auch "AKK" genannt, ist im Land außerordentlich beliebt, sie erreicht Zufriedenheitswerte wie sonst nur Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg oder Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz. Der "Akk-Effekt" dürfte die Saar-CDU zum Wahlsieg geführt haben.

SPD-Spitzenfrau Rehlinger hatte sich im Wahlkampf alle Koalitionsoptionen offen gelassen. Die SPD wollte stärkste Kraft werden und wäre auch einem Bündnis mit der Linkspartei nicht abgeneigt gewesen. Es wäre die erste rot-rote Koalition in einem westdeutschen Bundesland. Lafontaine warb offensiv für Rot-Rot. Doch daraus wird nichts.

Schon nach der Wahl 2012 hätte es für ein Linksbündnis mit den Grünen gereicht, doch der damalige SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas lehnte ein Zusammengehen mit der Lafontaine-Partei ab. Anke Rehlinger, die Maas 2014 beerbte, hat weniger Berührungsängste mit dem Ex-SPD-Mann.

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl ist der Machterhalt an der Saar für die Merkel-CDU ein Start nach Maß ins Superwahljahr. Und die SPD? Muss erkennen, dass der "Schulz-Effekt" nicht gleichbedeutend mit Wahlsiegen ist. Doch die Aussichten für die SPD sind nicht schlecht: Bei den nächsten Wahlen - in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen - hat die CDU wenig zu gewinnen.

Thomas Baumann, ARD Berlin, zur Bedeutung der Wahl für die SPD
26.03.2017, Landtagswahl im Saarland

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. März 2017 um 19:00 Uhr.

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