Porträts von Kanzlerin Merkel | Bildquelle: AP

Reaktionen auf Kandidatur Merkel - für andere "nicht mehr unschlagbar"

Stand: 20.11.2016 21:14 Uhr

Die SPD reagiert betont gelassen - eine Kandidatur Merkels sei "schon lange eingepreist", betont Fraktionschef Oppermann. Linken-Fraktionschefin Wagenknecht wirft Merkel vor, die soziale Spaltung vertieft zu haben. Und die Grünen kündigen einen "harten" Wahlkampf an.

Die Koalitionspartner CSU und SPD haben nun Gewissheit - ebenso wie die Opposition: Angela Merkel tritt noch einmal als Kanzlerkandidatin an, auch den Parteivorsitz will sie behalten. Die Reaktionen sind gelassen, aber teils auch kämpferisch. "Die Bundestagswahl ist offen, Angela Merkel ist nicht mehr unschlagbar", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann der Agentur dpa. Merkels Kandidatur sei für die SPD keine Überraschung gewesen, "sondern bei uns schon lange eingepreist". Oppermann bot der Union an, in der nächsten Zeit in der Großen Koalition weiter konstruktiv zusammenzuarbeiten.

Fraktionsvize Hubertus Heil twitterte: "16 Jahre Merkel - warum eigentlich und wofür?"

Hubertus Heil @hubertus_heil
16 Jahre Merkel? Warum eigentlich? Und wo für?

Merkels Aussage sei "weder überraschend noch abschreckend", sagte Parteivize Ralf Stegner. Es sei zu hoch gegriffen, Merkel als Retterin der freien Welt zu bezeichnen, wie es in diesen Tagen zu hören sei. "Aber unterschätzen tun wir sie natürlich nicht, das wäre ein großer Fehler", sagte Stegner. Kritischer äußerte sich SPD-Generalsekretärin Katharina Barley: "Nach zwölf Jahren im Amt ist die Luft wirklich raus." Merkel habe keine Antworten auf die wirklichen Probleme und Sorgen der Menschen in diesem Land.

Wagenknecht: "Merkel hat soziale Spaltung vertieft"

Für die Linkspartei steht Merkel für Stillstand in Deutschland. Merkels erneute Kandidatur sei ein "Signal dafür, dass sich nichts im Land ändern soll", sagte Parteichef Bernd Riexinger der dpa. Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte im Bericht aus Berlin, Merkels Bilanz sei keine gute: Unter ihrer Kanzlerschaft habe sich die soziale Spaltung vertieft, sie habe die AfD groß gemacht. "Und ich glaube, niemand sollte sich wünschen, dass das noch vier Jahre so weiter geht."

Nötig sei endlich eine andere Politik, "eine, wo sich die Menschen nicht mehr im Stich gelassen fühlen, abgehängt fühlen", sagte Wagenknecht. "Und da sehe ich bei Frau Merkel wenig Ansatzpunkte."

Sahra Wagenknecht über Merkels erneute Kanzlerkandidatur
Bericht aus Berlin, 20.11.2016

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Dietmar Bartsch @DietmarBartsch
Die spannende Frage ist, welche Partei #Merkel 2017 zum viertel Mal ins Kanzleramt hievt. @DieLinke sicher nicht!… https://t.co/1gdN2X29zy

Harter, aber fairer Wahlkampf

Grünen-Chef Cem Özdemir kündigte einen "harten" Wahlkampf gegen Merkel an, bei dem es um Themen wie den gesellschaftlichen Zusammenhalt oder wirksamen Klimaschutz gehen werde. Es gehe in diesem Wahlkampf aber darum, "anständig miteinander umzugehen und Polemik und Hetze echte Inhalte entgegenzusetzen", sagte Özdemir der "Rheinischen Post".

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sagte, die Union "zieht ihren letzten Trumpf und weiß nicht, ob er noch sticht". Merkel wäre sicher eine gute Generalsekretärin, aber ihre Innenpolitik sei leider "angegrünt".

Die AfD reagierte mit scharfer Kritik: Vizechef Alexander Gauland warf der Kanzlerin vor, in ihren bisherigen drei Amtsperioden "dem deutschen Staat und Volk massiven Schaden verursacht" zu haben. Gauland nannte insbesondere die Energiewende, die Eurorettung und die Flüchtlingspolitik.

Norbert Carius, ARD Berlin, zur erneuten Kanzlerkandidatur Merkels
tagesschau 17:15 Uhr, 20.11.2016

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Wen schickt die SPD ins Rennen?

Welchen "Trumpf" die SPD nun gegen Merkel ins Rennen schickt, ist noch nicht klar. Sicher ist: Der Druck auf die Genossen, sich ebenfalls in der K-Frage zu entscheiden, hat mit Merkels Entscheidung zugenommen. Als Parteichef hätte Sigmar Gabriel das Erstzugriffsrecht, wird in der Partei immer betont. Doch der zögert bislang - wohl auch, weil er in den eigenen Reihen nicht unumstritten ist.

Genannt wird auch der Chef des Europaparlaments, Martin Schulz. Doch ob der Brüssel für Berlin verlässt, ist ebenso unklar. Zudem ist er auch für das Amt des Außenministers im Gespräch, was Frank-Walter Steinmeier aufgibt, um im Februar Bundespräsident zu werden.

Seehofer spricht von "gemeinsamer Kandidatin"

Und die CDU-Schwesterpartei CSU? "Es ist gut, dass jetzt Klarheit herrscht", sagte Parteichef Horst Seehofer vor parteiinternen Beratungen in München. An der "gemeinsamen Kanzlerkandidatin" könne man nicht ernsthaft zweifeln. Nun müsse geklärt werden, mit welchen Themen man gemeinsamen in den Wahlkampf gehe - und wo es bei Differenzen bleibe. Eigene Positionen der CSU seien "mit hoher Wahrscheinlichkeit" bei der Zuwanderung der Fall.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. November 2016 um 17:15 Uhr und der Bericht aus Berlin am 20. November 2016 um 18:30 Uhr.

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