Kritik von Pro-Asyl Syrische Flüchtlinge nur noch bedingt willkommen

Stand: 15.08.2016 17:39 Uhr

Viele syrische Flüchtlinge hoffen, ihre Familien nach Deutschland nachzuholen. Unter dem subsidiären Schutz ist dies aber zunächst nicht möglich. Pro Asyl sieht darin ein Signal, dass syrische Flüchtlinge nicht mehr willkommen sind.

Jeder zweite Flüchtling aus Syrien erhält in Deutschland inzwischen nur noch eingeschränkten, "subsidiären" Schutz. Das bedeutet, dass die Betroffenen zunächst nur eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr bekommen und ihre Familien nicht nachholen können.

Pro Asyl sieht in diesem Vorgehen politisches Kalkül der Bundesregierung. Es solle das Signal gesetzt werden, dass syrische Flüchtlinge in Deutschland nicht mehr willkommen seien, sagte Günter Burkhardt von Pro Asyl bei tagesschau24. Es gehe bei dem Thema nicht um die Gefährdung und auch nicht um Kapazitäten.

Angst statt Ankommen

Wenn es keinen Familiennachzug mehr gebe, bestehe bei den Flüchtlingen aber die Angst um Frauen und Kinder. Damit würden sich diejenigen, die bereits in Deutschland seien, nicht mehr darauf konzentrieren, hier richtig anzukommen, sondern darauf, wie sie Geld für die Schlepper zusammenbekommen können, um ihren Familien dann die Flucht zu finanzieren.

Günter Burkhardt, Pro Asyl, zum Schutz für syrische Flüchtlinge
tagesschau24 15:00 Uhr , 15.08.2016

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Pro Asyl wirft der Bundesregierung vor, die Situation in Syrien als zu positiv einzuschätzen. So würde die deutsche Regierung zum Beispiel die Tatsache, dass die syrische Regierung 800.000 Pässe ausgegeben habe, als Signal werten, dass in dem Land die Verwaltung funktioniere. Die Organisation sieht das anders, sie hält den syrischen Staat für so mächtig, dass er auch Rückkehrer verfolge.

Kritik am Umgang mit Afghanistan-Flüchtlingen

Kritik übt Pro Asyl auch am Umgang mit Flüchtlingen aus Afghanistan. Auch in deren Heimatland sei die Situation mehr als gefährlich. Trotzdem schicke Deutschland immer mehr Menschen zurück. Die Anerkennungsquote von afghanischen Flüchtlingen habe mal bei 80 Prozent gelegen, sie sei auf 50 Prozent gesunken, so Pro Asyl.

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