Der scheidende Grünen-Chef Cem Özdemir | Bildquelle: dpa

Scheidender Grünen-Chef Özdemir kandidiert nicht für Fraktionsvorsitz

Stand: 06.01.2018 14:26 Uhr

Den Parteivorsitz gibt er ab und mit einem Ministerposten in Berlin wird es wohl auch nichts mehr - da hielten sich Spekulationen hartnäckig, dass der scheidende Grünen-Chef Özdemir mit dem Fraktionsvorsitz liebäugelt. Nun hat er erklärt, nicht für das Amt kandidieren zu wollen.

Der scheidende Grünen-Chef Cem Özdemir wird sich nicht um den Vorsitz der Bundestagsfraktion bewerben. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) sagte Özdemir: "Ich habe erkennbar keine Mehrheit. Das muss ich akzeptieren." Ein Meinungsbild in der Fraktion habe Parteikreisen zufolge ergeben, dass Özdemir allenfalls auf 40 Prozent der Stimmen gekommen wäre, heißt es in dem Vorabbericht vom Samstag. Die Mehrheit geht demnach an Fraktionschef Anton Hofreiter.

"Ich verheimliche keineswegs, dass ich gerne Fraktionsvorsitzender geworden wäre", sagte Özdemir der Zeitung. Der Blick der Bundestagsfraktion richte sich derzeit aber eher nach innen als nach außen. Da zähle nicht primär politische Leistung oder ein erfolgreicher Bundestagswahlkampf. Lange war spekuliert worden, ob der Realo Özdemir am Donnerstag gegen den Parteilinken Anton Hofreiter kandidieren wird.

Unterstützung für Habeck und Baerbock

Eine erneute Bewerbung um den Parteivorsitz schloss Özdemir ebenfalls aus. Drei Wochen vor der Neuwahl der Grünen-Spitze auf dem Parteitag in Hannover sagte er, er unterstütze die Kandidatur von Robert Habeck und Annalena Baerbock. Beide werden dem Realo-Flügel zugerechnet.

Zu seiner Co-Vorsitzenden Simone Peter, die weitermachen will, sagte Özdemir, es sei Zeit "für neue Ideen an der Parteispitze". Für den Fall von Neuwahlen geht Özdemir davon aus, wieder als Spitzenkandidat anzutreten. "Die Basis hat mich neben Katrin Göring-Eckardt zum Spitzenkandidaten gekürt. Das gilt unverändert."

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