Eine Reproduktion aus der Ostthüringer Zeitung aus dem Jahr 1998 zeigt Fahndungsbilder von Beate Z. (v.l.), Uwe B. und Uwe M..

NSU-Terror Opfer-Angehörige verklagen Staat

Stand: 18.06.2017 08:58 Uhr

Zwei Familien von NSU-Mordopfern verklagen den Staat auf Schadenersatz - wegen der Pannen bei der Fahndung nach dem NSU-Trio Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe. Sie sagen: Wäre das Trio früher festgenommen worden, hätten die Morde verhindert werden können.

Angehörige von Mordopfern der rechtsextremen Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) haben Schadenersatzklagen gegen den Staat erhoben. Die Familien von Enver Simsek und Ismail Yasar reichten Klage beim Landgericht Nürnberg ein. Sie richtet sich gegen den Bund, Bayern und Thüringen.

Simsek und Yasar waren in Nürnberg mutmaßlich von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen worden. Nach Angaben des Rechtsanwalts der Familien stützt sich die Klage auf die Pannen bei der Fahndung nach dem untergetauchten NSU-Trio Mundlos, Böhnhardt und Beate Zschäpe. Die drei Rechtsterroristen hätten spätestens 2000 festgenommen und die Morde damit verhindert werden können, so der Anwalt. Außerdem habe die Polizei die Angehörigen zu Unrecht verdächtigt und unter Druck gesetzt. 

Das NSU-Trio war 1998 in den Untergrund abgetaucht und erst im November 2011 nach einem missglückten Banküberfall aufgeflogen. Das Strafverfahren gegen die Hauptangeklagte Zschäpe vor dem Münchner Oberlandesgericht läuft seit über vier Jahren. Zschäpe ist das einzig überlebende Mitglied der NSU-Terrorzelle.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Juni 2017 um 09:00 Uhr

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