Zschäpe | Bildquelle: AP

Gutachter über Zschäpe "Voll schuldfähig"

Stand: 18.01.2017 16:08 Uhr

Diese Einschätzung könnte letztlich entscheidend für das Strafmaß sein: Der psychiatrische Gutachter im NSU-Prozess hat der Angeklagten Beate Zschäpe "volle Schuldfähigkeit" bescheinigt. Am Ende könnte ihr sogar Sicherungsverwahrung drohen.

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, ist nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters Henning Saß voll schuldfähig. Es lägen keine Voraussetzungen für eine eingeschränkte Schuldfähigkeit vor, sagte Saß vor dem Oberlandesgericht München, wo er die Ausführungen zu seinem Gutachten von gestern fortführte. Für den Fall einer Verurteilung im Sinne der Anklage seien zudem die Voraussetzungen für eine an die Haft anschließende Sicherungsverwahrung gegeben.

Gutachter befindet Beate Zschäpe für voll schuldfähig
tagesschau 17:00 Uhr, 18.01.2017, Alf Meier, BR

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Saß sagte weiter, es gebe bei Zschäpe keine Anhaltspunkte für eine Verhaltensänderung. Unter bestimmten Voraussetzungen sei es möglich, dass bei ihr auch künftig ein "hohes Risiko von Handlungen gleicher Richtung und Art" bestehe. Dies gelte dann, wenn ihre Rolle innerhalb des "Nationalsozialistischen Untergrunds" in der Anklageschrift zutreffend beschrieben sei und Zschäpes eigene Darstellung, sie habe sich nur widerwillig ihren beiden Kameraden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt untergeordnet, nicht stimme.

Zweifel an Selbstdarstellung

Zuvor hatte Saß Zweifel an der Selbstdarstellung der mutmaßlichen Rechtsterroristin angemeldet. Aus seinen Beobachtungen schließe er bei Zschäpe auf ein "Bemühen um Beherrschung, Kontrolle und Autonomie" und zugleich Widerstand gegen "Fremdbestimmung". Das spreche gegen ihre Schilderungen "einer schwachen, abhängigen, fremdbestimmten, sich resignierend unterordnenden Person". Vielmehr erscheine die Angeklagte als "selbstbewusst, autark, stolz, unbeugsam".

Am Morgen hatten ihre Verteidiger erneut eingewandt, sie seien nicht in der Lage, das mündlich vorgetragene Gutachten wortgetreu mitzuschreiben. Zschäpe ist wegen Mittäterschaft an den zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" angeklagt. Das Motiv für fast alle Taten war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft Rassenhass. 

Die psychiatrische Expertise könnte am Ende eine entscheidende Rolle für Zschäpes Strafmaß spielen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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