Entwicklungsminister Gerd Müller | Bildquelle: dpa

Entwicklungsminister fordert faire Handelsbeziehungen "Unser Wohlstand fußt auf Ausbeutung Afrikas"

Stand: 11.09.2015 11:03 Uhr

Bundesentwicklungsminister Müller hat das Verhalten der Industriestaaten gegenüber Afrika scharf kritisiert. Der CSU-Politiker sagte im rbb, unser Wohlstand fuße auf der Ausbeutung der Ressourcen dort. Bedingung für eine Entwicklung Afrikas sei fairer Handel.

Ungewöhnlich deutlich hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller das Verhalten der Industriestaaten gegenüber Afrika kritisiert. Der CSU-Politiker sagte im rbb-Inforadio: "Unser Wohlstand in Europa, in Deutschland begründet sich zu einem erheblichen Teil auf den wertvollen Ressourcen und der Ausbeutung dieser Ressourcen in afrikanischen Ländern." Und für diese Ressourcen bezahlten wir keine ordentlichen Preise, so Müller. Das sei schäbig, denn die Menschen könnten davon nicht leben.

"Afrika braucht fairen Handel statt freien Handel"

20 Prozent der Weltbevölkerung in den Industriestaaten verbrauchten 80 Prozent der globalen Ressourcen. Der Großteil davon stamme aus Entwicklungsländern, im Falle der EU aus Afrika. Es werde keine Entwicklung in den afrikanischen Ländern geben ohne dass Europa auch faire Preise dafür zahle, so Müller. Entwicklungsländer brauchten faire Handelsbeziehungen, nicht freie Märkte. Müller sagte wörtlich: "Freier Markt heißt das Recht des Stärkeren. Haben wir als Europäer und Deutsche das Recht, afrikanische Staaten auszubeuten?"

Der Bundesentwicklungshilfeminister und CSU-Politiker forderte eine neue Partnerschaft zwischen Afrika und Europa. Grundlage hierfür müsse eine internationale sozial-ökologische Marktwirtschaft sein.

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