Angela Merkel und Ivanka Trump | Bildquelle: AFP

Merkel trifft Trump-Tochter Der Schlüssel zum Präsidenten

Stand: 25.04.2017 19:05 Uhr

Es ist kein Zufall, dass Ivanka Trump auf dem "Women20-Gipfel" neben der Bundeskanzlerin zu Frauenförderung spricht. Die Trump-Tochter ist eine Schlüsselfigur im Umfeld des US-Präsidenten. Merkel macht sich das zunutze.

Von Sandra Stalinski, tagesschau.de

Die Kanzlerin nickt wohlwollend, fast aufmunternd, während Ivanka Trump spricht. Dabei ist das, was die "First Daughter", die Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, auf dem Podium von sich gibt, wenig innovativ: Es gebe keine Allheilmittel, um Frauen weltweit in Führungspositionen zu bringen. Da gebe es kulturelle Unterschiede, die man berücksichtigen müsse. Und: "Wir sind da noch nicht am Ziel."

Es ist der erste Besuch Ivanka Trumps in Berlin, seit sie offiziell zur Beraterin des US-Präsidenten geworden ist. Sie sitzt auf dem Podium des "Women20 Summit", eines Frauengipfels im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft. Gemeinsam mit Angela Merkel, IWF-Chefin Christine Lagarde, der niederländischen Königin Maxima und anderen Frauen aus Wirtschaft und Politik diskutiert sie über die weltweite Förderung von Unternehmerinnen.

"Women20-Summit": Politik und Weltwirtschaft aus Frauensicht
tagesschau 20:00 Uhr, 25.04.2017, Justus Kliss, RBB

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Trump-Tochter ist Schlüsselfigur für Merkel

Doch dass Trump inhaltlich nicht auf Augenhöhe der anderen Frauen auf dem Podium diskutieren kann, wird bei vielen ihrer Wortmeldungen deutlich. Warum also sitzt sie dort?

Die Kanzlerin selbst war es, die die Idee zur Einladung Trumps zum W20-Gipfel hatte. Bei ihrem Antrittsbesuch bei US-Präsident Donald Trump in Washington sind sich die beiden Frauen nämlich schon einmal begegnet. Bei einem Treffen gemeinsam mit Wirtschaftsvertretern beider Länder saßen Merkel und Ivanka Trump sogar nebeneinander - und haben sich augenscheinlich gut verstanden.

Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner sind insbesondere in den vergangenen Wochen zu den wichtigsten Personen im Umfeld des Präsidenten geworden, da sind sich Beobachter sicher. Donald Trump sagt man nach, er traue niemandem mehr als der eigenen Familie. Und so liegt es auf der Hand, dass die deutsche Bundesregierung einen Kontakt zu solchen Schlüsselfiguren sucht.

"Women20-Summit": Armut ist nicht immer weiblich
tagesthemen 21:35 Uhr, 25.04.2017, Andreas König, RBB

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"Klassische Zugänge ins Weiße Haus funktionieren nicht mehr"

"Merkel hat schon im Vorfeld ihres Washington-Besuchs ganz bewusst auf einen Kontakt zu Ivanka Trump hingearbeitet", sagt Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios und frühere Washington-Korrespondentin. Der Einfluss der Präsidententochter auf ihren Vater sei nicht zu unterschätzen. Insofern agiere Merkel hier ganz pragmatisch: "Gerade in Zeiten, in denen die klassischen Zugänge ins Weiße Haus nicht mehr oder noch nicht funktionieren - auch weil die US-Ministerien noch gar nicht wieder komplett neu besetzt sind - muss Merkel andere Wege des Kontakts suchen."

Diese Einschätzung teilt auch Merkel-Biografin und Journalistin Evelyn Roll von der "Süddeutschen Zeitung" im Gespräch mit tagesschau.de: "Wir haben es bei Donald Trump mit einer extrem schwierigen Persönlichkeit zu tun. Amerikanische Psychologen halten ihn teilweise für unzurechnungsfähig. Da ist es nur klug und auch wichtig, Kontakt zu Menschen in seinem Umfeld aufzubauen, die mäßigend auf ihn einwirken können."

"Merkel denkt vom Ende her"

Sicherlich wird Merkel es fragwürdig finden, wenn der amerikanische Präsident seine engsten Familienmitglieder auf Posten beruft, die es so vorher im Weißen Haus gar nicht gab. Zumal nicht ganz klar ist, was Ivanka Trump nun genau für den Job der Präsidentenberaterin qualifiziert. Zwar ist sie selbst Unternehmerin mit eigener Modemarke und arbeitete als Vizepräsidentin im Trump-Konzern. Ausschlaggebend für ihr neues Amt dürften jedoch in erster Linie die Familienbande sein.

Ivanka Trump, Christine Lagarde und Angela Merkel | Bildquelle: dpa
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Gute Stimmung beim W20-Gipfel

Hier agiere Merkel aber ganz emotionslos und vom Ende her denkend, meint Roll. "Wer weiß, ob es nicht einmal nötig sein wird, einen solchen engen Draht ins Weiße Haus zu haben." Wenn der Präsident tatsächlich einmal etwas tun sollte, was schwerwiegende Konsequenzen auch für Deutschland haben könnte, "ist es gut die Handynummer von jemandem zu haben, der ständig um ihn herum ist."

Ivanka Trump lobt Merkel

Auch ein Regierungssprecher betonte vorab, dass Merkel dem Treffen mit Trump große Bedeutung beimesse. Dazu passt die Stimmung zwischen den beiden Frauen auf dem W20-Podium. Gerade Trump spart nicht mit Lob für Kanzlerin. Sie erwähnt beispielsweise das Entgeltgleichheitsgesetz, das die Bundesregierung vor kurzem auf den Weg gebracht hat und die Duale Ausbildung in Deutschland als Vorzeigemodell, von dem die Amerikaner viel lernen könnten.

Merkels Strategie scheint also aufzugehen. Und der Sache der Frauen dürfte die Anwesenheit der Trump-Tochter beim W20-Gipfel auch nicht schaden. Denn auch wenn Kritiker sich fragen, ob Ivanka Trump Frauenförderung tatsächlich am Herzen liegt, oder ob sie sie nur als medienwirksames Thema entdeckt hat. Zweifelsohne setzt sie sich inzwischen - zumindest verbal - für Themen wie Gleichberechtigung, bezahlten Mutterschutz oder bessere Kinderbetreeuung ein. Nicht nur auf dem Podium in Berlin, sondern auch in ihrer Heimat. Hier wirkt sie schon jetzt als ausgleichender Konterpart zu den teilweise frauenverachtenden Äußerungen ihres Vaters.

W20 - Frauengipfel in Berlin mit Merkel und Ivanka Trump
S. Müller, ARD Berlin
26.04.2017 10:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. April 2017 um 20:00 Uhr.

Autorin

Sandra Stalinski  Logo tagesschau.de

Sandra Stalinski, tagesschau.de

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