Geldscheine | Bildquelle: dpa

Rekordsumme im Länderfinanzausgleich Bayern zahlt, Berlin kassiert

Stand: 21.03.2016 07:21 Uhr

Über den umstrittenen Länderfinanzausgleich wurde im vergangenen Jahr so viel Geld verteilt wie nie zuvor. Knapp 9,6 Milliarden Euro flossen laut Bundesfinanzministerium von "reichen" an "arme" Bundesländer. Bayern zahlte am meisten, Berlin kassierte.

Der Finanzausgleich zwischen "reichen" und "armen" Bundesländern ist auf ein Rekordvolumen gestiegen. Im vergangenen Jahr überwiesen die Geberländer laut Bundesfinanzministerium 9,595 Milliarden Euro an die finanzschwachen Nehmer. Dies ist ein Plus von rund 600 Millionen Euro gegenüber 2014.

Mit Abstand größter Zahler bleibt Bayern. Der Freistaat zahlte mit rund 5,45 Milliarden Euro weit mehr als die Hälfte der Gesamtsumme. Weitere Geberländer sind Baden-Württemberg (gut 2,31 Milliarden Euro), Hessen (1,72 Milliarden) und Hamburg (112 Millionen Euro). Größter Profiteur war erneut Berlin. Die Hauptstadt erhielt gut 3,61 Milliarden Euro Ausgleichszahlungen. Mit insgesamt 3,2 Milliarden Euro erhielten die ostdeutschen Flächenländer 2015 ebenfalls größere Ausgleichszahlungen.

Neuregelung verzögert sich

Der seit Jahren umstrittene Finanzausgleich muss bis 2019 neu geregelt werden. Dann läuft der Solidarpakt aus. Eine bis März angestrebte Lösung verzögert sich. Ein Grund sind die Kosten der Flüchtlingskrise.

Der Finanzausgleich soll die unterschiedliche Steuerkraft der Länder glätten und für annähend ausgeglichene Lebensverhältnisse aller Bürger in Deutschland sorgen. Bayern und Hessen klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das derzeitige Verfahren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. März 2016 um 06:30 Uhr.

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