Kanzlerin Merkel und der ehemalige US-Präsident Obama beim Kirchentag in Berlin | Bildquelle: dpa

Merkel und Obama bei Kirchentag Zwischen Mitgefühl und Realpolitik

Stand: 25.05.2017 13:20 Uhr

Es ging um die Zukunft der Demokratie beim Kirchentagsgespräch zwischen Kanzlerin Merkel und Ex-US-Präsident Obama - dabei kam auch die deutsche Asylpolitik zur Sprache. Beide sind sich einig: Die Kluft zwischen Mitgefühl und Realpolitik ist ein Dilemma.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat beim Kirchentag in Berlin dazu aufgerufen, sich massiv gegen Fremdenhass, Nationalismus und antidemokratische Strömungen auf der Welt einzusetzen. Bei einer Diskussionsrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Brandenburger Tor sagte Obama, es gehe vor allem darum, sich hinter die Werte zu stellen, die "uns am wichtigsten sind" und sich gegen jene zu stellen, die diese Werte zurückdrängten: "Ich denke, das ist eine wichtige Schlacht, die wir austragen müssen."

Evangelischer Kirchentag mit Merkel und Obama
tagesschau 20:00 Uhr, 25.05.2017, Tina Handel, ARD Berlin

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Im Gespräch, bei dem es um die Zukunft der Demokratie ging, kam auch die deutsche Asylpolitik zur Sprache. Kanzlerin Merkel verteidigte dabei ihren restriktiven Kurs und wies auf das "Dilemma" zwischen christlichem Mitgefühl und Realpolitik hin. Angesichts vieler Flüchtlinge ohne Bleiberecht in Deutschland gelte es schnell Asylentscheidungen zu treffen.

Bei Menschen, die keine Erlaubnis hätten, in Deutschland zu bleiben, sollten keine falschen Hoffnungen auf Integration geweckt werden, forderte die Regierungschefin. "Es gibt eine sehr große Sorge, dass sich diejenigen, die sich jetzt integriert haben, das Land jetzt wieder verlassen müssen", sagte sie.

"Hervorragende Arbeit geleistet"

"Ich weiß, dass ich mich damit nicht beliebt mache", sagte die CDU-Politikerin, betonte aber auch gleichzeitig: "Wir versuchen, sachgerechte Lösungen zu finden." Die deutsche Asylpolitik müsse sich auf diejenigen Menschen in der Welt konzentrieren, die dringend Hilfe brauchten, und davon gebe es immer noch genug.

Obama pflichtete Merkel bei: Als Staats- oder Regierungschef gelte es "Barmherzigkeit" gegenüber Flüchtlingen zu zeigen, aber es gebe auch eine Verpflichtung gegenüber der eigenen Bevölkerung. "Das ist nicht immer einfach", sagte er. Zuvor hatte Obama der Kanzlerin attestiert, sie habe "hervorragende Arbeit geleistet, nicht nur hier in Deutschland, sondern in der ganzen Welt".

Das Gespräch zwischen Merkel und Obama wurde von dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au, moderiert. Die Veranstaltung fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt - auch unter dem Eindruck des Terroranschlags im britischen Manchester am Montagabend. Die Diskussionsrunde fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 70.000 Menschen wohnten der Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor bei.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2017 um 15:35 Uhr.

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