Ein geschmückter Tannenbaum steht am 25.12.2014 bei einer Krippenandacht in der Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg. | Bildquelle: dpa

Christliche Gottesdienste in Deutschland "Fürchtet euch nicht!"

Stand: 25.12.2015 11:33 Uhr

In den christlichen Weihnachtsgottesdiensten stehen in diesem Jahr der Umgang mit Flüchtlingen im Mittelpunkt. Die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen riefen zu Mut und Offenheit auf. Kritisiert wurde die fremdenfeindliche "Pegida"-Bewegung.

Die Weihnachtsbotschaft könne insbesondere in Zeiten von Terror, Krieg und Flüchtlingskrise Mut machen, sagte der Bischof Karl-Heinz Wiesemann. "Weihnachten - das ist der leidenschaftliche Aufruf Gottes an uns Menschen: Fürchtet euch nicht!", predigte er laut Redemanuskript zum ersten Weihnachtsfeiertag im Dom zu Speyer.

Mit Blick auf die vielen Flüchtlinge rief Wiesemann zur Solidarität auf:

"Wir spüren: Keine noch so hohen Grenzzäune, Sicherheitsmaßnahmen und Schutzwälle können uns aus dieser weltweiten Schicksalsgemeinschaft herausnehmen."

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rief zur Solidarität gegenüber Menschen in Not auf. In seiner Predigt in der Münchner Matthäuskirche sagte er, die Weihnachtsbotschaft ermutige zu tatkräftigem Einsatz für Flüchtlinge und Menschen in sozialer Bedrängnis. Es könne kein Weihnachten geben, ohne an die Menschen zu denken, "die weniger gesegnet sind als wir selbst".

Bei der Aufnahme der vielen Flüchtlinge sei Deutschland über sich hinausgewachsen, sagte Bedford-Strohm. Die große Aufgabe sei jetzt, die Menschen zu integrieren. Dazu müsse viel Geld und Zeit investiert werden. Dabei dürften allerdings die Menschen, die schon länger hier leben und in sozialen Notlagen sind, nicht den Kürzeren ziehen, mahnte der Bischof.

Bedford-Strohm | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Heinrich Bedford-Strohm

"Weihnachten will uns zum Guten verändern"

Nach Darstellung des Mainzer Bischofs Kardinal Karl Lehmann bringe Weihnachten auch Millionen Flüchtlingen auf der Welt Hoffnung. Laut Redemanuskript sagte Lehmann im Mainzer Dom:

"Das Licht in der Nacht leuchtet in alle Winkel unserer Welt hinein, auch nach Syrien und alle Orte des Grauens in unserer Welt. Es leuchtet auch auf den Flüchtlingsströmen."

Weihnachten wolle "uns auch wirklich zum Guten verändern". Die Welt brauche dringend das Sprechen Gottes, das Licht für die Welt, die Hoffnung mitten in der Hoffnungslosigkeit.

Die Weihnachtsbotschaft - ein Zeichen gegen Gewalt und Hass

Nach Ansicht des Trierer Bischofs Stephan Ackermann setze die Weihnachtsbotschaft auch ein Zeichen gegen Gewalt, Terror und Hass:

"Ich denke an die dunklen Seiten, die in diesem Jahr mitten in unserer Gesellschaft in Form von Extremismus und Fremdenfeindlichkeit zutage getreten sind und die in den sozialen Netzwerken krebsartige Wucherungen hervorbringen."

Krisen gebe es auch durch Krankheiten oder in Beziehungen, so der katholische Bischof laut vorab verbreitetem Predigttext zum ersten Weihnachtsfeiertag im Trierer Dom. Aber: "Die Finsternis hat nicht die Kraft und die Macht, das Licht auszulöschen." Gottes Licht trotze der Finsternis.

Offenheit statt Fremdenhass

Auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, warb für Offenheit statt Fremdenhass gegenüber Flüchtlingen:

"Da kommen Fremdenfeindlichkeit, sogar Rassismus zum Vorschein, da werden Fremde verurteilt und bedroht, die man so wenig kennt wie ihre Kultur und ihre Religion."

Er habe kein Verständnis für Protestdemos gegen mehr Asylbewerber. "Schon gar nicht an einem Montag, der als Demonstrationstag steht für die friedliche Revolution in unserem Land, als es um Freiheit und Gleichberechtigung, um Öffnung der Grenzen ging." Die Welt brauche Barmherzigkeit mit offenen Türen für die Ängste von Flüchtlingen.

Umgang mit Flüchtlingen im Mittelpunkt der Weihnachtspredigten
tagesschau 23:15 Uhr, 25.12.2015, Silke Henning, BR

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