Ein IS-Verdächtiger wird dem Haftrichter vorgeführt.

Terrorgefahr in Düsseldorf Drei Syrer wegen geplanten Anschlags angeklagt

Stand: 08.03.2017 17:33 Uhr

Sie planten offenbar ein Blutbad in der Düsseldorfer Altstadt. Nun hat die Bundesanwaltschaft gegen die mutmaßliche Terrorzelle Anklage erhoben. Die drei Syrer sollen im Auftrag des "Islamischen Staates" gearbeitet haben.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen drei Syrer erhoben, die im Auftrag der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben sollen. Ihnen werde vorgeworfen, sich zu einem Verbrechen verabredet zu haben, teilte die Behörde in Karlsruhe mit.

Zuständig für den Fall ist der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf. Das OLG entscheidet nun darüber, ob ein Prozess gegen die 25- bis 27-Jährigen eröffnet wird.

Direkt vom IS beauftragt

Zwei der Beschuldigten wurden im Juni 2016 in Deutschland festgenommen, nachdem sich der dritte Angeklagte schon einige Monate zuvor in Frankreich den Sicherheitsbehörden anvertraut hatte. Laut Bundesanwaltschaft waren die Männer direkt von der Führungsebene des IS mit einem Anschlag beauftragt worden. Der 25-jährige Saleh A. und der 27-jährige Hamza C. hatten sich demnach 2014 in Syrien der Miliz angeschlossen und waren von dieser noch im selben Jahr in die Türkei geschickt worden, wo sie Möglichkeiten zur illegalen Einreise über Flüchtlingsrouten erkundeten. Im März und Juli 2015 reisten sie dann getrennt in die Bundesrepublik ein. Dort soll A. nach Darstellung der Ermittler Einzelheiten zu dem geplanten Anschlag ausgearbeitet haben, bei dem zwei Attentäter in dem Ausgeh- und Kneipenviertel Düsseldorfs Sprengstoffwesten zünden und weitere Angreifer mit Gewehren um sich schießen sollten. Den dritten Angeklagten Mahood B. warben sie demnach im Januar 2016 als Mittäter an.

Das Verfahren gegen einen ebenfalls im Juni gefassten vierten Beschuldigten war von der Bundesanwaltschaft abgetrennt worden. Der Mann namens Abd Arahman A.K. war nach deren Erkenntnissen schon im Oktober 2014 im Auftrag der IS-Führung für den Anschlag nach Deutschland gereist und hatte im Januar 2016 Kontakt zu A. und C. aufgenommen. Er sollte demnach die Sprengstoffwesten bauen, die für den Anschlag gedacht waren.

Weitere Verbrechen

Darüber hinaus werden den Angeklagten teilweise auch noch andere Verbrechen zur Last gelegt. A., der in Syrien zuvor bereits für die Dschihadistengruppe Dschabhat al-Nusra kämpfte, soll unter anderem einen gegnerischen Soldaten erschossen haben, der bei Gefechten seinen Bruder tötete. Er ist deshalb wegen Totschlags angeklagt. A. und C. müssen sich nach dem Willen der Anklagebehörde zudem wegen Drogendelikten verantworten.

Nach Karlsruher Angaben war es A., der sich im Februar vergangenen Jahres "spontan" und für seinen mutmaßlichen Hauptkomplizen C. überraschend in Frankreich den dortigen Behörden stellte und die Anschlagsplanungen offenbarte. Während seine drei Mittäter im Juni in Deutschland festgenommen wurden, wurde er im September von Frankreich nach Deutschland ausgeliefert. Alle vier Beschuldigten sitzen seitdem hierzulande in Untersuchungshaft.

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