Karl-Erivan Haub  | Bildquelle: dpa

Vermisster Tengelmann-Chef Haubs Familie hat keine Hoffnung mehr

Stand: 13.04.2018 17:22 Uhr

Fast eine Woche wurde fieberhaft nach dem in den Schweizer Alpen verschwundenen Tengelmann-Chef Haub gesucht - ohne Ergebnis. Nun geht seine Familie nicht mehr davon aus, den 58-Jährigen noch lebend zu finden.

Die Familie des in den Alpen vermissten Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub sieht für den 58-Jährigen keine Überlebenschance mehr. Nach mehr als sieben Tagen "in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes" bestehe keine Hoffnung mehr, teilte das Unternehmen im Namen der Familie mit.

Daher werde die Überlebendensuche nun auf eine Bergungssuche umgestellt. "Dieses Unglück ist sowohl für die Familie Haub als auch das gesamte Familienunternehmen eine furchtbare und für alle unfassbare Tragödie", sagte Tengelmann-Sprecherin Sieglinde Schuchardt.

Auf Skitour verschwunden

Haub war am vergangenen Samstag allein zu einer Skitour am Klein Matterhorn in der Schweiz aufgebrochen und am Nachmittag nicht wie verabredet in ein Hotel in Zermatt zurückgekehrt. Mit einer Seilbahn war der Manager am Morgen zur Bergstation gefahren, die auf 3820 Metern liegt. Von dort aus gibt es Abfahrten Richtung Zermatt und Italien. In welche Richtung er aufbrach, ist unbekannt. Gegen 8:30 Uhr sendete sein Handy das letzte Signal. Seine Spur verlor sich.

Die Familie hatte am nächsten Morgen Alarm geschlagen und den Rettern unbegrenzte finanzielle Mittel für die Suche zur Verfügung gestellt. Diese gestaltete sich vor allem wegen des Wetters allerdings schwierig. Zeitweise waren 60 Rettungskräfte auch mit Hubschraubern in dem schwierigen Terrain auf Schweizer und italienischer Seite im Einsatz.

Die Gondelstation "Trockener Steg" in den Schweizer Alpen | Bildquelle: DOMINIC STEINMANN/EPA-EFE/REX/Sh
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An der Gondelstation "Trockener Steg" wurde Haubs Telefon zuletzt geortet.

Familie übernimmt alle Kosten

In der Region gibt es Tausende Gletscherspalten, teils Hunderte Meter tief. Die Einsatzkräfte seilten sich in die bekanntesten Spalten ab und leuchteten sie aus. Doch von Haub gab es zunächst keine Spur. Bereits nach vier Tagen sah der leitende Rettungsarzt Axel Mann nur noch eine minimale Überlebenschance.

Haub war nur leicht bekleidet. Er wollte für ein Skirennen trainieren. Die Familie betonte, die Suche werde fortgesetzt, um Haub unbedingt zu bergen. Das Familienunternehmen übernehme auch dafür alle anfallenden Kosten.

Zu dem Familienimperium gehören unter anderem Deutschlands größter Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. April 2018 um 17:10 Uhr.

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