Gregor Gysi beim Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern.  | Bildquelle: dpa

Kongress in Berlin Gysi will Europäische Linke führen

Stand: 17.12.2016 09:54 Uhr

Von wegen Ruhestand: Linkspartei-Politiker Gysi bewirbt sich in Berlin um den Vorsitz der Europa-Partei "Europäische Linke" - ein Zusammenschluss von rund 30 nationalen Parteien. Und er hat gute Chancen, den Job auch zu bekommen.

Von Birgit Schmeitzner, ARD-Hauptstadtstudio

Aus der ersten Reihe der deutschen Bundespolitik hat sich Gregor Gysi zurückgezogen. Oppositionsführer im Bundestag, Fraktionsvorsitz der Linken - diese Zeit ist passé. Doch jetzt drängt es Gysi auf eine andere, europäischere Ebene. Er will Vorsitzender der EU-kritischen Partei "Europäische Linke" (EL) werden und er hat gute Chancen, denn er tritt bei der Wahl auf dem Kongress in Berlin als einziger Kandidat an.

Gysi will Vorsitzender der Europäischen Linke werden
tagesschau 13:40 Uhr, 17.12.2016

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"Brauche immer noch Bewegung"

Gefragt nach dem Warum sagte Gysi dem Bayerischen Rundfunk: "Man geht ja erst in den Ruhestand, wenn man Ruhe braucht. Ich brauche ja immer noch Bewegung und Erlebnisse." Und er glaube auch, dass sich die Fraktionsvorsitzenden der Linken freuen, wenn er sich mehr um Europa und weniger um sie kümmere.

Die Europäische Linke besteht aus rund 30 Parteien, einige von ihnen haben nur Beobachterstatus. Die meisten Parteien stammen aus Mitgliedsländern der EU, aber auch Länder wie die Türkei und Weißrussland sind vertreten. Das Ganze ist eine recht heterogene Mischung sozialistischer und kommunistischer Parteien, die "Europäische Linke" selbst räumt ein, dass ihre Mitglieder teilweise gegensätzliche politische und soziale Vorstellungen haben.

Europäische Union "retten"

Kritiker fügen hinzu, die Partei sei mit einem geringen Budget ausgestattet und habe in Europa keine sehr große Bedeutung. Das will Gysi ändern: "Ich möchte, dass das ein Faktor wird, der wahrgenommen wird. Und zwar zum Beispiel gegen die Entwicklung der Rechten in Europa." Dass es in dem Zusammenschluss recht konträre Auffassungen über die EU gibt, ist Gysi dabei durchaus bewusst. Er ist gegen die Forderung, die Europäische Union ganz abzuschaffen: "Ich glaube aus vielen Gründen, dass wir sie retten müssen, für die Jugend, die europäisch ist. Und weil die einzelnen Nationalstaaten ökonomisch und politisch nichts zu sagen hätten. Letztlich gibt es einen entscheidenden Punkt: Es gab noch nie einen Krieg zwischen zwei Mitgliedsländern der EU. Aber vorher war die ganze Geschichte von Kriegen zwischen europäischen Staaten geprägt." Und deshalb wolle er darauf hinarbeiten, dass die EU radikal geändert werde aber auch bleibe kann, sagt Gysi.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Dezember 2016 um 02:49 Uhr.

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