Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdmeir | Bildquelle: dpa

Programm für Bundestagswahl Grüne suchen ihre Nische

Stand: 10.03.2017 09:27 Uhr

Soziale Gerechtigkeit ist das Lieblingsthema der SPD, die Union setzt auf Innere Sicherheit. Und die Grünen? Sie scheinen sechs Monate vor der Wahl noch auf der Suche zu sein. Heute präsentiert die Parteispitze ihre Leitlinien für die Wahl. Und sie hofft auf die Mitarbeit der Basis.

Bei der letzten Wahl waren die Grünen mit 8,4 Prozent bereits hinter den selbst gesteckten Zielen zurückgeblieben. Und auch für die Wahl im September sind die Aussichten nicht rosig. Die Partei hat sich schon vor Monaten aus der Zweistelligkeit verabschiedet, doch ein "deutlich zweistelliges" Ergebnis möchte sie erreichen. Würde am kommenden Sonntag gewählt, würden sich laut ARD-DeutschlandTrend acht Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Grünen entscheiden.

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ARD-DeutschlandTrend vom 09. März 2017

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage

Von Klimaschutz bis Familienpolitik

Ein Grund für die miesen Werte dürfte der Höhenflug der SPD sein, die mit ihrem Spitzenkandidaten Martin Schulz die soziale Gerechtigkeit wieder zu ihrem Thema macht. Und die Grünen? Sie scheinen so kurz vor der Wahl noch auf der Suche nach ihrem Kernthema zu sein.

Heute will das Spitzenduo Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir das Programm präsentieren. Punkten wollen die Grünen vor allem mit Klima- und Umweltschutz. Aber auch soziale Gerechtigkeit, eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung und ein klares Bekenntnis zu Europa und der EU werden eine Rolle spielen. Auch das Thema Familie will die Partei besetzen. Im Gespräch ist ein Familien-Budget, das die Förderung von Kindern gerechter machen soll und vor allem Geringverdienern und Alleinerziehenden nützen soll.

Bündnis 90/Grüne stellen ihr Wahlprogramm vor
ARD-Morgenmagazin, 10.03.2017, Anja Köhler, ARD Berlin

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Regieren? Eher mit der SPD

Göring-Eckardt und Özdemir sind zuversichtlich, dass die nun ausgegebenen Leitlinien an der Basis zünden. Überhaupt setzen sie auf die Mitarbeit ihrer Wählerschaft - unter anderem per Haustür-Wahlkampf. Die meisten Schnittmengen für eine Koalition sieht die Partei momentan mit der SPD. "Wenn die Grünen zwischen der SPD und der CDU/CSU wählen können, also wenn es mit beiden ginge, dann würden wir immer erst mit der SPD koalieren", sagte Özdemir im Deutschlandfunk.

Für seine Partei gebe es generell eine größere Schmittmenge mit der SPD. Grundsätzlich gehe sie aber offen in die Wahl und würde das Bündnis eingehen, mit dem sie am meisten grüne Politik umsetzen könne.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. März 2017 um 10:00 Uhr.

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