Ein WDR-Team freut sich über den Grimme-Preis | Bildquelle: dpa

Grimme Online Award Engagement gegen Hetze prämiert

Stand: 01.07.2017 01:04 Uhr

Die Debattenkultur im Internet zu verbessern, haben sich viele Projekte vorgenommen. Einige wurden nun mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Prämiert wurden auch neue Technologien für das Smartphone. Preise erhielten unter anderem WDR und HR.

Kreative Netz-Angebote zum Umgang mit Hetze und Vorurteilen sind mit dem Grimme Online Award in Köln ausgezeichnet worden. Zu den acht Preisträgern gehörte der YouTube-Kanal "Datteltäter", der mit Humor und Satire Vorurteile gegenüber Muslimen entkräftet. Initialzündung für das Projekt war nach Angaben der Macher das Aufkommen des islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses.

Ausgezeichnet wurde auch die Facebook-Gruppe #ichbinhier, deren Mitglieder sich gezielt in Debatten einschalten, in denen Hass die Oberhand gewonnen hat.

Die Juroren prämierten zudem Projekte, die moderne Technologie für Info-Angebote nutzen, darunter eine Virtual-Reality-Reise zum Kölner Dom, die der WDR produziert hat.

Zudem erhielt der WDR einen Preis für seinen "Kandidatencheck" - ein Projekt zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, bei dem fast 1000 Landtagskandidaten für kurze Web-Videos interviewt wurden.

Die Jury prämierte zudem das Projekt "Die mit den Händen tanzt" des Hessischen Rundfunks über die Dolmetscherin Laura Schwengber. Sie übersetzt ganze Konzerte in Gebärdensprache.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Reportage "Was heißt schon arm?" von Spiegel Online, die anhand verschiedener Protagonisten die herkömmliche Definition von Armut infrage stellt. Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigster deutscher Preis für hochwertige Online-Angebote. Er wird seit 2001 verliehen. Nominiert waren in diesem Jahr 29 Projekte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juli 2017 um 05:00 Uhr.

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