Der EKD-Vorsitzende Bedford Strohm | Bildquelle: dpa

EKD-Jahrestagung Der Blick in die Zukunft

Stand: 12.11.2017 15:04 Uhr

Zum Auftakt der Jahrestagung der Evangelischen Kirche hat der Ratsvorsitzende Bedford-Strohm gefordert, die Kirche besser an die Lebenskultur junger Menschen anzupassen. Das sei eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft.

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat begonnen. Bis Mittwoch beraten Kirchen-Parlamentarier aus 20 Landeskirchen unter anderem über Weichenstellungen für die kommenden Jahre.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm fordert eine stärkere Öffnung der Kirche für junge Menschen, um den "alarmierenden" Traditionsabbruch zu stoppen. Die Beteiligung junger Leute sei eine der zentralen Herausforderungen für die Kirche der Zukunft, sagte der Theologe in seinem Bericht vor der EKD-Synode in Bonn.

Start der Jahrestagung der Evangelischen Kirche
tagesschau 17:15 Uhr, 12.11.2017, Jens Eberl, WDR

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Junge Menschen stärker in Entscheidungsprozesse einbinden

"Kirche ist für junge Menschen weithin nicht mehr relevant." Sie müssten deshalb stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die Kirche muss sich nach den Worten Bedford-Strohms auch fragen, wie sie die Lebenskultur junger Menschen besser aufnehmen und für Jugendliche zur Heimat werden kann, etwa durch Gottesdienste am Abend und mit postmodernen Elementen. Eine zentrale Rolle spiele zudem die digitale Kommunikation: "Erschließt sich die Kirche die digitalen Räume nicht, verpasst sie einen entscheidenden Lebensraum junger Menschen", sagte er.

Start der EKD-Synode | Bildquelle: dpa
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Start der EKD-Synode: Beratungen über Zukunftsperspektiven der Kirche.

Er warnte die Kirchen zugleich vor moralischen Appellen. Das Werben um Hilfsbereitschaft für Menschen in Not sei in den vergangenen Jahren mitunter nur als Ausdruck von Moral und Gesetz verstanden worden. Hinweise und Anregungen zu einer offenen Flüchtlingspolitik und zu tatkräftiger Nächstenliebe bei der Integration von Flüchtlingen hätten nicht wenige Menschen als unter Druck setzende Durchhalteparolen empfunden.

Es gehe der evangelischen Kirche aber keineswegs um ein Handeln aus schlechtem Gewissen, political correctness oder den Versuch der moralischen Selbsterhöhung, sondern um ein Handeln aus Freiheit, betonte der EKD-Ratschef. "Ein solches Handeln aus Freiheit verurteilt andere nicht." Die Kirche sollte ihre Positionen daher mit "werbender Vernunft" in die Öffentlichkeit tragen, um den Anschein von Gesetzlichkeit und Moralismus zu überwinden. Auf diese Weise würden auch Menschen ohne "steile religiöse Bekenntnisse" erreicht, die das gleiche Recht aller Menschen anerkennen und dafür Verantwortung übernehmen wollen.

Reformationsjubiläum war "Vitaminstoß"

Bedford-Strohm zog ein positives Fazit des abgelaufenen Reformationsjubiläums: "In vieler Hinsicht ist dieses Jahr Anlass zu großer Dankbarkeit. Es hat einen Vitaminstoß für die geistliche und inhaltliche Erneuerung unserer Kirche gegeben, den wir gerade jetzt brauchen". Er erinnerte an die vielen Veranstaltungen, die deutschlandweit zum 500-jährigen Reformationsjubiläum stattgefunden haben. "Mit viel Kreativität und Leidenschaft" seien zigtausende Veranstaltungen auf den Weg gebracht worden.

Den Klimawandel nicht verdrängen

Im Eröffnungsgottesdienst der Synode warnte der rheinische Präses Manfred Rekowski davor, globale Probleme wie den Klimawandel zu verdrängen und angesichts der weltweiten Not vieler Menschen zu resignieren. "In manchen Teilen dieser Erde, etwa in Europa und Nordamerika, haben wir uns eingerichtet, und viele haben offenkundig die leise Hoffnung, es möge doch noch eine Weile so weiter gehen mit unserem Leben und unserem Wohlstand", sagte er. Die Menschen auf der Südhalbkugel der Erde litten jedoch bereits jetzt unter den Folgen der Erderwärmung.

Dem Parlament, der sogenannten Synode, gehören 120 Kirchenparlamentarier aus den 20 evangelischen Landeskirchen an. Als Dachorganisation vertritt die EKD die knapp 22 Millionen evangelischen Christen in Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. November 2017 um 13:15 Uhr.

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