Ein Mann putzt Fenster. | Bildquelle: dpa

Einkommensunterschiede Im Osten verdient man schlechter - immer noch

Stand: 03.08.2018 18:01 Uhr

Die Verdienste gehen in Deutschland laut Bundesagentur weiter stark auseinander: Während Vollzeitbeschäftigte in Görlitz im Mittel 2183 Euro brutto verdienen, sind es in Ingolstadt fast 2500 Euro mehr.

Die Verdienste der Arbeitnehmer in Deutschland gehen regional weiter stark auseinander und bleiben im Osten klar unter dem Niveau im Westen. Am wenigsten bekamen Vollzeitbeschäftigte Ende vergangenen Jahres - im Mittel 2183 Euro brutto im Monat im Landkreis Görlitz in Sachsen. Das geht aus einer Auswertung neuer Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Bundestagsfraktion der Linkspartei hervor. Bundesweit am besten verdient wurde demnach in Ingolstadt in Bayern mit 4635 Euro.

Mittleres Einkommen und Durchschnittseinkommen

Das mittlere Einkommen, auch Medianeinkommen genannt, ist das Einkommen, das genau in der Mitte liegt, wenn alle Einkommen nach ihrer Höhe angeordnet werden. Es liegt deutlich unter dem Durchschnittseinkommen, das als arithmetisches Mittel aus allen verfügbaren Einkommen gebildet wird.

Hamburger verdienen im Schnitt am meisten

Am meisten verdient wird im Ländervergleich in Hamburg: 3619 Euro bekommen Arbeitnehmer in der Hansestadt laut Statistik im Durchschnitt. Es folgen Baden-Württemberg mit 3546 Euro und Hessen mit 3494 Euro. Schlusslicht der Länder ist Mecklenburg-Vorpommern mit 2391 Euro, knapp davor liegen Thüringen (2459 Euro) und Sachsen (2479 Euro).

Das Hamburger Rathaus.
galerie

3619 Euro verdienen die Hamburger im Monat im Durchschnitt.

Der bundesweite Schnitt der Entgelte lag zum Stichtag 31. Dezember 2017 bei 3209 Euro und damit etwas höher als ein Jahr zuvor mit 3133 Euro. Dabei verdienten Vollzeitbeschäftigte im Westen mit nun 3339 Euro im Schnitt weiter spürbar besser als im Osten mit 2600 Euro.

Große Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West
tagesschau 20:00 Uhr, 03.08.2018, Moritz Rödle, ARD Berlin

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"Beschämende" Unterschiede zwischen Ost und West

Die Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann nannte es "beschämend", dass Ostdeutschland flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet sei. Aber auch im Westen gebe es abgehängte Regionen. "Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit ihrem erklärten Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben." Nötig sei, Tarifverträge und Tarifbindung zu stärken. Der Mindestlohn sollte auf 12 Euro pro Stunde erhöht und Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit abgeschafft werden.

Wie hoch Verdienste regional sind, kann von vielen Faktoren abhängen - zum Beispiel, ob es in einer Stadt Unternehmen mit gut bezahlten Jobs gibt. Einfluss auf die Gehaltshöhe hat auch die Qualifikation von Arbeitnehmern. Über die Kaufkraft sagt die Verdiensthöhe allein noch nichts aus - dies hängt von den Lebenshaltungskosten etwa für Miete oder Lebensmittel ab, die sich regional ebenfalls unterscheiden.

Die Statistik erfasst die durchschnittlichen Brutto-Monatsentgelte von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten jeweils zum Stichtag 31. Dezember. Auszubildende sind nicht darunter. Einbezogen werden auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Zulagen und Zuschläge. Regional zugeordnet wird nach dem Arbeitsort. Dabei wird Berlin zu Ostdeutschland gezählt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2018 um 07:00 Uhr.

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