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ARD-DeutschlandTrend Breiter Rückhalt für Atomausstieg

Stand: 09.06.2011 22:19 Uhr

Die Bundesregierung kann sich beim Atomausstieg auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung verlassen. Dennoch hält mehr als die Hälfte der Befragten die Energiewende für ein taktisches Manöver von Schwarz-Gelb, um schlechte Wahlergebnisse zu vermeiden. Wären am Sonntag Bundestagswahlen erhielte Schwarz-Gelb auch laut ARD-DeutschlandTrend keine Mehrheit mehr.

Von Sabine Henkel, WDR, ARD-Hauptstadtstudio

Schwarz-Gelb, nein danke - so könnte der Titel dieser Umfrage sein. CDU, CSU und FDP erreichen in der Woche des Atomausstiegs keine Mehrheit bei den Wählern. Infratest dimap hat für die ARD ermittelt, dass Schwarz-Gelb zusammen auf 38 Prozent kommt - wozu die FDP immerhin wieder 5 Prozent beiträgt. Die Union aber verliert zwei Punkte und kommt nur auf 33 Prozent.

ARD-DeutschlandTrend: Geringe Zustimmung für Regierungskoalition
tagesthemen, 22:15 Uhr, 09.06.2011, Michael Strempel, WDR

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Rot-Grün, ja bitte, entscheiden stattdessen 49 Prozent. Dabei haben die Grünen die SPD mit einem leichten Zugewinn fast eingeholt. Mit 25 Prozent liegen die Sozialdemokraten nur einen Punkt vor den Grünen. Rot-Grün hat also genau genommen nur einen minimalen Vorsprung vor Grün-Rot.

Trotzdem: Kein grüner Politiker weit vorn

Auffallend in der Umfrage ist, dass es kein grüner Politiker auf die vorderen Plätze der Beliebtheitsskala schafft. Erst auf Platz acht rangiert Jürgen Trittin. Ganz oben der rote Ex-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Dicht dahinter einer, der Kanzlerträume längst begraben hat: Wolfgang Schäuble. Die Kanzlerin selbst muss sich mit Rang fünf begnügen.

DeutschlandTrend: Rückhalt für Atomausstieg
tagesthemen, 22:15 Uhr, 09.06.2011, Michael Strempel, WDR

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Den Atomausstieg, den sich alle Parteien auf ihre Fahnen schreiben wollen, bewerten die befragten Wähler eindeutig: Die Entscheidung hält eine klare Mehrheit für richtig, auch in der Eile, in der sie getroffen wurde. Das Ausstiegsdatum 2022 halten die meisten für richtig. Die Mehrheit derjenigen, die sich ein anderes Jahr wünschen, wollen lieber früher abschalten als später.

65 Prozent sind bereit, mehr für Strom zu bezahlen

Warum Union und FDP nicht vom Atomausstieg profitieren, erklärt die Antwort auf die Frage nach den Gründen für den schwarz-gelben Ausstieg. 57 Prozent sagen, Merkel und Co. steigen aus, weil sie Angst haben, die nächsten Wahlen zu verlieren. Nur 27 Prozent meinen, dass die Entscheidung gegen Atomkraft aufgrund von Zweifeln an der Sicherheit gefallen ist.

Atompolitik: Gründe für schnellen Ausstiegsbeschluss
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Konsequenzen des Atomausstiegs
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Die Wähler geben außerdem an, auch selbst Konsequenzen tragen zu wollen. 71 Prozent sagen, dass sie nichts gegen Windräder und Hochspannungsleitungen in der Nachbarschaft haben, und 65 Prozent sind bereit, mehr Geld für Strom zu bezahlen, wenn der nicht aus einem Atomkraftwerk kommt.

Die EHEC-Fälle haben das Verhalten der Bürger zwar etwas verändert, trotzdem hält eine große Merheit die Qualität von Lebensmitteln für sehr gut bis gut. Große Sorgen um die eigene Gesundheit machen sich eher wenige - 31 Prozent. Die Behörden und die Bundesregierung werden in ihrem Handeln recht gut bewertet. Eine Mehrheit meint, die Behörden tun genug, um die EHEC-Quelle zu finden, und handeln auch entschlossen genug.

Untersuchungsanlage DeutschlandTrend

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl / Randomstichprobe
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl: 1007 Befragte
Erhebungszeitraum: 06. und 07. Juni 2011
Fallzahl Sonntagsfrage: 1507 Befragte
Erhebungszeitraum: 06. bis 08. Juni 2011
Fallzahl Frage "Qualität von Lebensmitteln": 502 Befragte
Erhebungszeitraum: 06.Juni 2011
Fallzahl Frage "EHEC-Informationspolitik": 505 Befragte
Erhebungszeitraum: 07. Juni 2011
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
Fragen mit 500 Befragten: 1,9* bis 4,4** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%, ** bei einem Anteilswert von 50%

Korrespondentin

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Sabine Henkel, WDR

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