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DeutschlandTrend für die tagesthemen 91 Prozent misstrauen der Türkei

Stand: 02.06.2016 22:51 Uhr

Die Auseinandersetzungen mit der Türkei lassen das Vertrauen der Deutschen in das Land massiv schwinden. 91 Prozent der Deutschen misstrauen der Türkei unter Präsident Erdogan. Außerdem im ARD-DeutschlandTrend: Große Mehrheit gegen EU-Austritt der Briten.

Von Ellen Ehni, WDR

Dass der Bundestag das Verbrechen an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft hat, findet eine Mehrheit der Deutschen gut: 74 Prozent sagen, diese Einstufung sei richtig - nur 18 Prozent sagen, sie sei falsch. Das hat eine Umfrage von Infratest Dimap für den ARD-DeutschlandTrend ergeben.

Die Ergebnisse des ARD-DeutschlandTrends, Teil 1
tagesthemen 22:30 Uhr, 02.06.2016, Ellen Ehni, WDR

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Gleichzeitig befürchten 57 Prozent der Befragten, dass die Armenien-Resolution das Verhältnis zur Türkei deutlich verschlechtert. 37 Prozent glauben das nicht. Knapp die Hälfte der Bevölkerung (46 Prozent) kann nicht nachvollziehen, wieso sich die deutsche Politik mehr als 100 Jahre nach dem Ereignis überhaupt mit dem Thema befasst. Die andere Hälfte (48 Prozent) teilt diese Skepsis nicht.

Visapflicht: Harte Haltung gegenüber der Türkei gefordert

Mit Blick auf die derzeitigen Verhandlungen zwischen der EU und der Türkei über die Abschaffung der Visapflicht für türkische Staatsbürger fordert eine große Mehrheit der Bundesbürger eine harte Haltung gegenüber der Türkei: 89 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die EU hart bleiben soll, bis die Türkei alle Bedingungen erfüllt.

Eine der Bedingungen der EU für die Visafreiheit ist, das türkische Anti-Terror-Gesetz zu korrigieren, aufgrund dessen regierungskritische Journalisten wegen ihrer Berichterstattung inhaftiert werden können. Doch die türkische Regierung will die Visafreiheit, ohne das Anti-Terror-Gesetz zu ändern - und hat eben diese Visafreiheit zur Bedingung für die weitere Umsetzung des Flüchtlingspaktes gemacht.

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen will also, dass die EU in diesem Punkt hart bleibt, auch wenn dadurch das Flüchtlingsabkommen platzen könnte. Lediglich sieben Prozent halten es für richtig, der Türkei entgegen zu kommen, um das Flüchtlingsabkommen nicht zu gefährden.

Wenig Vertrauen in die Türkei

Ein Grund für die geringe Kompromissbereitschaft in der Visa-Frage mag das geringe Vertrauen sein, das die Deutschen der Türkei entgegenbringen. Nur sieben Prozent sehen in dem Land einen vertrauenswürdigen Partner für Deutschland - 10 Punkte weniger als im April. 91 Prozent hingegen sind der Auffassung, dass man der Türkei nicht vertrauen kann, zwölf Punkte mehr als im April.

Brexit: Deutsche plädieren für Verbleib Großbritanniens in der EU

Die Bürger Großbritanniens werden am 23. Juni in einer Volksabstimmung entscheiden, ob ihr Land Mitglied der EU bleiben soll oder nicht. Eine große Mehrheit der Deutschen, 79 Prozent, spricht sich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus. Nur eine Minderheit von 15 Prozent würde es vorziehen, dass Großbritannien die EU verlässt.

Die Ergebnisse des ARD-DeutschlandTrends, Teil 2
tagesthemen 22:30 Uhr, 02.06.2016, Ellen Ehni, WDR

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Von einem solchen Schritt erwarten die Deutschen eher negative als positive Auswirkungen auf die Wirtschaft der EU: 39 Prozent der Befragten glauben, ein Austritt Großbritanniens bringe der EU wirtschaftlichen Schaden. Jeder Zweite (50 Prozent) glaubt, dass dies keinen Unterschied macht. Drei Prozent geben an, dass sich die wirtschaftliche Lage sogar verbessern würde.

Unzufriedenheit mit der Bundesregierung wächst

"Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung?" - auf diese Frage antworten 43 Prozent der Deutschen "weniger" beziehungsweise 14 Prozent der Deutschen "gar nicht". Das heißt, dass 57 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden sind - ein Plus von fünf Punkten im Vergleich zum Vormonat. Demgegenüber äußern sich 42 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden mit der Arbeit der großen Koalition, das sind vier Punkte weniger als im Vormonat.

Kanzler-Direktwahl: Merkel deutlich vor Gabriel

Sollte es zu einem Kanzlerkandidaten-Duell zwischen Angela Merkel und Sigmar Gabriel kommen, läge Angela Merkel in der Gunst der Bürger aktuell klar vorn. Wenn man den Bundeskanzler direkt wählen könnte, würden sich 46 Prozent der Befragten für Angela Merkel entscheiden, 23 Prozent für Sigmar Gabriel. Mehr als jeder vierte Befragte (28 Prozent) gibt an, dass keiner der beiden Politiker als Regierungschef in Frage kommt.

Sonntagsfrage: Volksparteien bleiben auf Tiefstand

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, dann käme die Union auf 32 Prozent, ein Punkt weniger als im Vormonat. Die SPD verbessert sich um einen Punkt auf 21 Prozent. Zusammen bleiben die beiden Volksparteien damit wie im Vormonat auf dem niedrigsten Wert, der je im ARD-DeutschlandTrend gemessen wurde. Die Linke verbessert sich um einen Punkt und landet bei 9 Prozent. Alle anderen Parteien bleiben unverändert: die Grünen bei 13 Prozent, die FDP bei sechs Prozent und die Alternative für Deutschland bei 15 Prozent.

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ARD-DeutschlandTrend vom 02. Juni 2016

Sonntagsfrage

Wie würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/ Dual Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 70:30)
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)***

Fallzahl: 1006 Befragte
Erhebungszeitraum: 30. und 31. Mai 2016
Sonntagsfrage: 1506 Befragte
Erhebungszeitraum: 30. Mai bis 01. Juni 2016
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilwert von 5 Prozent
** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von fünf Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Korrespondentin

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