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ARD-DeutschlandTrend Merkel wieder beliebter

Stand: 06.10.2016 18:01 Uhr

Vergangenen Monat war die Beliebtheit der Kanzlerin auf ein Fünf-Jahres-Tief gesunken. Im aktuellen DeutschlandTrend klettert sie nun wieder aus dem Umfragetief und legt neun Prozentpunkte zu. CSU-Chef Seehofer sackt dagegen ab.

Von Ellen Ehni, WDR

Die Kanzlerin gewinnt bei den Deutschen wieder an Popularität: Aktuell sind 54 Prozent der Deutschen mit der Arbeit von Angela Merkel zufrieden, 9 Punkte mehr als im September. Im Vormonat hatte sie den schlechtesten Wert seit fünf Jahren erreicht. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der damals nur einen Punkt hinter ihr lag, verliert jetzt sieben Punkte und erreicht nur noch 37 Prozent Zufriedenheit.

Auf Platz eins der Liste der beliebten Politiker liegt nach wie vor Außenminister Frank-Walter Steinmeier: 75 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden (+2 Punkte im Vergleich zum Vormonat). Ihm folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 63 Prozent Zustimmung (-2). Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir erreicht 52 Prozent Zustimmung (+2). Das ist der höchste Wert, der für ihn im DeutschlandTrend bisher gemessen wurde. Innenminister Thomas de Maizière erreicht 51 Prozent Zustimmung (+3). Ihm folgt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit 47 Prozent Zustimmung (+6), Arbeitsministerin Andrea Nahles mit 41 Prozent Zustimmung (+1) und der Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel mit 39 Prozent Zustimmung (-2).

Mehrheit in Ostdeutschland unzufrieden mit der Demokratie

Die Kanzlerin befindet sich also wieder im Aufwind – das widerspricht den Bildern vom Tag der deutschen Einheit in Dresden, als unter anderem Angela Merkel aus dem Publikum heraus ausgebuht wurde. Möglicherweise spiegelt sich darin eine Unzufriedenheit mit dem politischen System in Deutschland wider: Eine Mehrheit (58 Prozent) der Deutschen ist mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden oder sehr zufrieden – eine Minderheit (41 Prozent) ist weniger oder gar nicht zufrieden. Teilt man nach Ost und West, ist die Mehrheit im Westen größer (62 zu 37) – im Osten kehren sich die Verhältnisse sogar um (46 zu 53). Hier ist also eine Mehrheit der Menschen unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten zur deutschen Einheit gab es in Dresden auch einen Anschlag auf eine Moschee in Dresden, bei dem die Polizei von einem fremdenfeindlichen Hintergrund ausgeht. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Haben die Deutschen mehr Angst vor rechtsextremen oder vor islamistischen Anschlägen? Unsere Umfrage hat ergeben, dass die Gefahr von rechts am größten eingeschätzt wird: 84 Prozent der Befragten halten die Gefahr von rechtsextremen Anschlägen oder Übergriffen für eher oder sehr groß. 68 Prozent erachten die Gefahr von islamistischen Anschlägen für eher oder sehr; 52 Prozent sagen dies bezüglich linksextremer Anschläge.

Integration von Flüchtlingen: Schulbesuch, Vermittlung von Sprachkenntnissen und deutschen Grundwerten wichtigste Aufgaben

Bei der Integration der Flüchtlinge in Deutschland ist nach Ansicht der Bundesbürger die Vermittlung von Sprachkenntnissen die zentrale Aufgabe der Politik: 85 Prozent halten die Vermittlung von Deutschkenntnissen für eine sehr wichtige Aufgabe. Auch dem Schulbesuch wird eine hohe Bedeutung beigemessen: 74 Prozent der Befragten halten die Integration von Flüchtlingskindern in den Schulen für sehr wichtig. Die Vermittlung deutscher Grundwerte erachten 62 Prozent der Befragten als sehr wichtige Aufgabe, die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt 53 Prozent. Die angemessene Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen sehen 42 Prozent als sehr wichtige Aufgabe.

Eine Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) macht sich Sorgen, dass durch die Flüchtlinge in Deutschland der Einfluss des Islam zu stark wird – das sind 4 Punkte mehr im Vergleich zu Mai 2016. 49 Prozent befürchten, dass durch die Flüchtlinge die Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt größer wird (-7). Eine Verschärfung der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt befürchten nur 28 Prozent der Befragten (-1).

Kaum Veränderung bei der Sonntagsfrage

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, bliebe die Union stabil bei 33 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und landet bei 22 Prozent. Linke und Grüne sind unverändert bei 9 bzw. 11 Prozent. Die FDP verbessert sich um einen Punkt und landet bei 6 Prozent; die Alternative für Deutschland bleibt stabil bei 14 Prozent.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/ Dual Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 70:30)
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)***
Fallzahl: 1003 Befragte
Sonntagsfrage: 1503 Befragte
Erhebungszeitraum: 04. bis 05. Oktober 2016
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von fünf Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. Oktober 2016 um 22:15 Uhr.

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