Die irakische Flagge

Bundesregierung bestätigt Zwei Deutsche im Irak in Haft

Stand: 24.07.2017 17:14 Uhr

Mindestens zwei deutsche Frauen sitzen derzeit im Irak in Haft. Das hat das Auswärtige Amt bestätigt. Unter ihnen ist auch eine 16-Jährige, die sich der IS-Terrormiliz angeschlossen hatte. Die Nationalität zweier weiterer Häftlinge wird noch überprüft. Der Generalbundesanwalt ermittelt.

Das Auswärtige Amt hat die Inhaftierung von zwei deutschen Frauen im Irak bestätigt. Unter ihnen ist demnach auch die 16-jährige Schülerin Linda W. aus Sachsen, über die in den vergangenen Tagen berichtet worden war. Sie hatte sich nach eigenen Angaben der Terrormiliz IS angeschlossen. Auch bei der anderen deutschen Frau besteht die Vermutung, dass es sich um eine Unterstützerin des IS handelt.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, die beiden Frauen seien am 20. Juli von Angehörigen der deutschen Botschaft in Bagdad besucht worden. Zwei weitere inhaftierte Frauen, möglicherweise ebenfalls Deutsche, sollten noch im Laufe des Tages besucht und ihre Staatsangehörigkeit geklärt werden.

Der "Spiegel" hatte berichtet, dass in Bagdad vier deutsche Frauen in Haft säßen, die sich in den vergangenen Jahren dem IS angeschlossen haben sollen. Sie seien in den Tagen nach der Befreiung Mossuls gefangen genommen worden. Irakische Sicherheitskräfte hatten zuvor angegeben, bei einem Einsatz in Mossul 20 ausländische Dschihadistinnen festgenommen zu haben.

Inwiefern es zu einer Auslieferung der Inhaftierten kommen könnte, ist noch offen. Dem Justizministerium zufolge wird mit den irakischen Behörden "über Möglichkeiten der Zusammenarbeit" gesprochen. Ein Auslieferungsabkommen mit dem Irak gebe es aber nicht.

Generalbundesanwalt ermittelt

Auch in Deutschland wird nun wieder gegen Linda W. ermittelt. Die Generalbundesanwaltschaft habe das Verfahren von der Dresdner Staatsanwaltschaft übernommen, teilte ein Sprecher mit. Einen Haftbefehl gegen die 16-Jährige gebe es aber noch nicht.

Ermittelt werde zudem gegen drei weitere von irakischen Sicherheitskräften festgenommene Frauen, bei denen es sich wohl um deutsche Staatsangehörige handele. Der Anfangsverdacht laute auf Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Dafür gebe es entsprechende Anhaltspunkte, sagte der Sprecher.

Die Dresdner Anklagebehörde hatte die Ermittlungen erst vor wenigen Wochen gegen Linda W. eingestellt, da es bis dato keine Kenntnis vom Aufenthaltsort der Jugendlichen aus Pulsnitz gab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Juli 2017 um 14:00 Uhr.

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