Generalmajor Walter Spindler | Bildquelle: dpa

Nach Missbrauchsfällen Chef-Ausbilder des Heeres muss gehen

Stand: 26.04.2017 13:35 Uhr

Nach mehreren Missbrauchsfällen bei der Bundeswehr muss der Chef-Ausbilder des Heeres gehen. Verteidigungsministerin von der Leyen setzte Generalmajor Spindler ab. Anlass ist ein bisher unbekannter Skandal im thüringischen Sondershausen.

Wegen der schleppenden Aufklärung von Missbrauchsfällen bei der Bundeswehr hat Verteidigungsministerin Ursual von der Leyen den Chef-Ausbilder des Heeres abgesetzt. Generalmajor Walter Spindler muss seinen Posten räumen. Das bestätigte das Ministerium.

Marie von Mallinckrodt, ARD Berlin, zur Absetzung des Chef-Ausbilders
tagesschau 14:00 Uhr, 26.04.2017

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Ausschlaggebend: Vorfälle in Sondershausen

Konkreter Anlass für die Absetzung sind Vorfälle, über die das Magazin "Spiegel" berichtet hatte. Demnach gab es Verfehlungen durch Ausbilder in einer Kaserne im thüringischen Sondershausen. Bereits vor knapp einem Jahr sollen sich Soldaten über zwei Hauptfeldwebel beschwert haben. Diese sollen Rekruten regelmäßig verbal erniedrigt und zu Strafmaßnahmen wie langen Dauerläufen gezwungen haben. Das zuständige Ausbildungskommando ging den Vorwürfen aus Sicht des Verteidigungsministeriums nicht energisch genug nach.

Auch Skandale in Pfullendorf und Bad Reichenhall

Zuvor waren bereits Fälle von Missbrauch aus anderen Kasernen bekannt geworden. Im baden-württembergischen Pfullendorf soll es sexuell-sadistische Praktiken und Gewaltrituale gegeben haben. Auch dort wurden die Beschwerden einer Soldatin vom Ausbildungskommando über Monate verschleppt.

Ein weiterer Skandal kam bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall ans Licht. Dort soll ein Obergefreiter sexuell belästigt und genötigt worden sein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. April 2017 um 14:00 Uhr.

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