Polizisten in Dortmund | Bildquelle: dpa

Anschlag auf BVB-Bus Viele (falsche) Fährten

Stand: 15.04.2017 13:23 Uhr

Noch konnten die Ermittler nicht identifizieren, wer den Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verübte. Für Verwirrung sorgt ein neues Bekennerschreiben, das beim "Tagesspiegel" einging, sowie angebliche Erkenntnisse zum verwendeten Sprengstoff.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des Bundesligisten Borussia Dortmund am Dienstag sind die Täter noch nicht identifiziert. In der Redaktion des Berliner "Tagesspiegel" ging ein weiteres Bekennerschreiben ein. In der E-Mail mit rechtsextremistischem Inhalt wird der Anschlag in Dortmund als "letzte Warnung" bezeichnet. Der anonyme Verfasser berufe sich auf Adolf Hitler und drohe mit einem weiteren Anschlag, so der "Tagesspiegel". Auch werde gegen "Multi Kulti" gehetzt. Weiter heißt es demnach, am 22. April werde "buntes Blut fließen".

Diese Drohung könnte sich auf Demonstrationen gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden AfD-Bundesparteitag beziehen. Der "Tagesspiegel" zitierte Sicherheitskreise mit den Worten, es müsse alles ernst genommen werden, "da wir keine Spur zum Täter von Dortmund haben". Die neue Bekennermail könne mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein".

Das Schreiben wird nun von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf seine Echtheit überprüft. Sprecherin Frauke Köhler bestätigte, ihre Behörde habe das Schreiben von der Zeitung erhalten. Eine Bewertung wollte sie nicht abgeben.

Hintergründe des Anschlags in Dortmund weiter unklar
tagesschau 20:00 Uhr, 15.04.2017, Marion Schmickler, WDR

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Eine Tat von Rechtsextremen?

Nach Informationen der "Bild" hält die Polizei derzeit einen rechtsextremen Hintergrund für wahrscheinlicher als einen islamistischen. "Aufgrund der Gesamtumstände gehen wir am ehesten von Tätern aus dem rechtsextremen Milieu aus", zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten Ermittler.

Woher stammt der Sprengstoff?

Das Bundeskriminalamt verfügt nach eigenen Angaben über keine gesicherten Erkenntnisse zum beim Anschlag verwendeten Sprengstoff. "Es ist noch viel zu früh, solche Aussagen zu treffen, da die kriminaltechnischen Untersuchungen noch laufen", betonte eine Sprecherin.

Kurz zuvor hatte die "Welt" berichtet, dass dieser aus Beständen der Bundeswehr stammen könnte. Der militärische Zünder setze Fachkenntnisse voraus und habe sich nicht leicht beschaffen lassen, so Ermittler zu der Zeitung.

"Untypischer Sprachgebrauch"

Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat" verwenden in der Regel andere Sprengstoffe. Am Anschlagsort waren drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden. Es wird aber bezweifelt, dass diese Schreiben tatsächlich von Islamisten stammen. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" ist der Sprachgebrauch untypisch und es fehlten Symbole der Terrormiliz IS. Zudem seien nach islamistischen Anschlägen noch nie Bekennerschreiben am Tatort gefunden worden.

Stutzig macht Terrorismusexperten demnach auch das Ende des Textes. Unter anderem wird dort der Abzug von "Tornado"-Kampfjets der Bundeswehr aus der Türkei und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert. Das sei völlig untypisch, hatte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, gestern gesagt. "Der IS verhandelt nicht."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. April 2017 um 13:45 Uhr.

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