Polizeibeamte sichern in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) eine Straße | Bildquelle: dpa

Angriff auf BVB-Mannschaftsbus Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Stand: 12.04.2017 09:55 Uhr

Die Explosionen nahe dem BVB-Mannschaftsbus sind laut Polizei eine gezielte Attacke gewesen. Jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft. Es gibt zwei angebliche Bekennerschreiben. Das Spiel gegen Monaco soll heute nachgeholt werden. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt.

Im Fall der Sprengstoff-Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte ein Sprecher der ARD. Es wird in alle Richtungen ermittelt. Auch ein islamistischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen - ein entsprechendes Bekennerschreiben wird geprüft.

Inzwischen tauchte im Internet noch ein zweites Bekennerschreiben auf, das möglicherweise aus der antifaschistischen Szene kommt. Darin heißt es, der Bus sei mit eigens für den Anschlag angefertigten Sprengsätzen als "Symbol für die Politik des BVB" attackiert worden, die sich nicht genügend gegen Rassisten, Nazis und Rechtspopulisten einsetze.

Der Angriff ereignete sich Dienstagabend vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco. Kurz nach 19 Uhr hatte sich die Mannschaft auf den Weg Richtung Stadion gemacht. Plötzlich explodierten drei Sprengsätze neben dem Bus. Der Anschlag auf den Bus ereignete sich etwa zehn Kilometer vom Dortmunder Stadion entfernt.

1/8

Explosionen am BVB-Mannschaftsbus

Der Mannschaftsbus des BVB steht mit beschädigten Scheiben am Straßenrand, dahinter ein Feuerwehrwagen.

Als sich das Team von Borussia Dortmund auf den Weg ins Stadion macht, explodieren drei Sprengsätze. Der Bus wird beschädigt ... | Bildquelle: dpa

Schwere Verletzung an Hand

Bei dem Angriff waren BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizeibeamter verletzt worden. Der Polizist fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten. Er habe ein Knalltrauma und einen Schock erlitten und sei nicht dienstfähig. Bartra war schwer an der Hand verletzt worden. Der Spanier wurde noch in der Nacht in einem Dortmunder Krankenhaus notoperiert.

Polizei richtet Bürgertelefon ein

Die Polizei in Dortmund hat nach der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0231/1325555 bemühen sich die Beamten, Betroffene oder Interessierte über den Einsatz in Dortmund zu informieren.

Das BVB-Team befindet sich nach eigenen Angaben im Schockzustand. Die Partie gegen Monaco soll trotzdem heute um 18.45 Uhr nachgeholt werden. Die Dortmunder Polizei will mit verstärkten Kräften für Sicherheit sorgen. "Wir werden heute natürlich mit starken Kräften hier vor Ort sein im Stadion, werden aber auch versuchen, unser Möglichstes tun, natürlich die Mannschaften zu schützen", sagte Nina Vogt, Sprecherin der Dortmunder Polizei im ZDF. "Wir stehen da mit beiden Vereinen und auch mit allen Sicherheitsbehörden in sehr engen Kontakt", so Vogt.

"Können auf die Reaktionen stolz sein"

Vogt lobte das Verhalten der Zehntausenden Fußballfans nach der kurzfristigen Absage des Spiels. "Das ist gestern mit sehr viel Ruhe abgelaufen, und das hat uns natürlich als Polizei und sicherlich auch dem Verein sehr geholfen. Ich glaube, da können wir alle sagen, dass wir auf die Reaktionen gestern nur stolz sein können", betonte sie.

Ermittlungen nach Angriff auf BVB-Mannschaftsbus
tagesschau 09:00 Uhr, 12.04.2017, Antraud Cordes-Strehle, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Eine Herkulesaufgabe"

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will gemeinsam mit Sportdirektor Michael Zorc heute bei der Mannschaft sein. "Der Verein ist ohnehin unfassbar geschlossen. Aber wir müssen die Mannschaft in einen spielfähigen Zustand versetzen. Das ist eine Herkulesaufgabe", sagte Watzke im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung. "Wir müssen schnell zur Normalität zurückkehren, dazu gibt es keine Alternative." "Das ist eine sehr gravierende Geschichte", sagte Watzke. "Das ist eine neue Dimension, was da heute passiert ist."

Internationale Solidarität

Der BVB erhielt Solidaritätsbekundungen aus der Sportwelt und der Politik. "Meine Gedanken sind bei der Mannschaft", wurde Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Abend über den Twitter-Account seines Ministeriums zitiert.

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, wünschte Bartra eine rasche Genesung. "Gute Besserung, @MarcBartra", schrieb Seibert auf Twitter. Und: "Große Reaktion der Monaco-Fans. Heute abend stehen alle zum @BVB."

Steffen Seibert @RegSprecher
Gute Besserung, @MarcBartra! Große Reaktion der Monaco-Fans. Heute abend stehen alle zum @BVB.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz reagierte auf Twitter mit Entsetzen auf die Explosionen.

Martin Schulz @MartinSchulz
Ich bin schockiert. Gute Besserung! Und allen Fans eine gute und sichere Heimreise! https://t.co/XwqW9lX6ME

Die FIFA und die UEFA verurteilten den Angriff scharf. "Unsere Gedanken hier bei der FIFA sind nach den unerklärlichen Vorfällen bei der Dortmunder Bevölkerung, dem BVB-Team sowie bei den Fans von Borussia Dortmund und der AS Monaco", ließ FIFA-Präsident Gianni Infantino mitteilen.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zeigte sich dankbar, dass die Verantwortlichen beider Clubs so vernünftig auf die Lage reagiert hätten. "Die Entscheidung, das Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco zu verschieben, war richtig", schrieb er in einer Stellungnahme. Die Sicherheit von Fans, Offiziellen und Spielern habe immer Vorrang.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2017 um 09:00 Uhr.

Darstellung: