Hintergrund

Hintergrund Die Auslandseinsätze der Bundeswehr

Stand: 10.06.2011 01:30 Uhr

Deutschland beteiligt sich derzeit mit etwa 6660 Soldatinnen und Soldaten an verschiedenen internationalen Einsätzen:

Afghanistan, ISAF-Mission: Die Beteiligung an der Internationale Schutztruppe für Afghanistan ist der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr mit derzeit knapp 5000 Soldatinnen und Soldaten. Damit ist die Kontingentobergrenze von derzeit 5350 fast ausgeschöpft. Das Bundestagsmandat für den Einsatz ist bis Ende Februar 2011 gültig. Zunächst auf die Hauptstadt Kabul beschränkt, hat die Bundeswehr mittlerweile die Verantwortung für den gesamten Norden des Landes übernommen. Dort stellt sie unter anderem militärische Aufklärungskapazitäten, gewährleistet die Versorgung und betreibt den Flughafen von Masar-i Scharif. Außerdem leitet Deutschland zwei der fünf regionalen Wiederaufbauteams in der Region in Kundus und Faisabad. Kräfte der Bundeswehr bilden zudem seit Juni 2008 die Quick Reaction Force (QRF), die schnelle Eingreiftruppe des Kommandeurs der Nordregion. Auch Aufbau und Ausbildung der afghanischen Armee und dereinheimischen Polizei gehört zu den Aufgaben der Bundesewhr.

Kosovo, KFOR-Mission: Nach dem Luftkrieg 1999 startete die NATO auf der Grundlage eines UN-Mandats ihre Kosovo-Mission mit zunächst 50.000 Soldaten. Heute sind in der nach Unabhängigkeit strebenden serbischen Provinz noch knapp 10.000 ausländische Soldaten stationiert. Die Bundeswehr beteiligt sich hier mit gut 1000 Soldatinnen und Soldaten, maximal dürfte sie 3500 Soldaten und Soldatinnen in die Region entsenden. In den vergangenen Jahren ist die Kontingentsobergrenze aber nach und nach immer weiter heruntergesetzt worden. Hauptauftrag der KFOR-Mission ist, entsprechend der UN-Resolution 1244, ein stabiles Umfeld aufzubauen und abzusichern. Zunehmend geschieht dieses aber durch einheimische Sicherheitskräfte. Die KFOR überwacht, bildet aus und unterstützt dabei.

Bosnien und Herzegowina, EUFOR-Mission: Die Mission hat die Aufgabe, das Friedensabkommen von Dayton (1995) in Bosnien und Herzegowina umzusetzen. Der Vertrag soll die Region, in der von 1992 bis 1995 ein Bürgerkrieg zwischen ethnischen Minderheiten geführt wurde, dauerhaft befrieden. Derzeit ist die Bundeswehr dort mit 19 Soldaten und Soldatinnen präsent. Der Schwerpunkt ihres Einsatzes liegt hier beim der Hilfe zum Aufbau der bosnischen Sicherheitskräfte.

Vor der Küste des Libanon, UNIFIL-Mission: Nach dem Krieg zwischen Israel und dem Libanon im Sommer 2006 stellte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fest, dass die Situation vor Ort eine Gefährdung der internationalen Sicherheit darstellt. Daraufhin wurde das UNIFIL-Mandat von 1978, das ursprünglich nur den Einsatz von Landstreitkräften vorsah, erweitert und die Truppenstärke auf insgesamt 15.000 Soldaten erhöht. Die Bundeswehr beteiligt sicht gegenwärtig mit 226 Soldatinnen und Soldaten. Zu den Aufgaben gehört es den Waffenschmuggel zu unterbinden, die Seewege zu kontrollieren und die libanesische Marine auszubilden.

Im Mittelmeer, Active-Endeavour-Mission: Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 stellte der NATO-Rat erstmals den Bündnisfall fest. Am 16. November beschloss der Deutsche Bundestag die Entsendung von Soldaten in das Einsatzgebiet. Die Mission ist mit dem Begleitschutz für Handelsschiffe, der Kontrolle von verdächtigen Schiffen und der Seeraumüberwachung des gesamten Mittelmeers beauftragt. Das Einsatzgebiet reicht vom vom Roten Meer bis vor die Küste Kenias sowie bis zur Strasse von Hormuzt und entspricht damit etwa der achtfachen Größe Deutschlands. 64 Soldatinnen und Soldaten versehen im Rahmen der Mission ihren Dienst auf U-Booten, Fregatten und in einem Marine-Flieger-Geschwader. Für diesen Einsatz kann das Kontingent auf maximal 700 Männer und Frauen aufgestockt werden.

Horn von Afrika, Atalanta-Mission: Seit 2008 beteiligt sich Deutschland, derzeit mit rund 311 Soldatinnen und Soldaten, an der Mission der Europäischen Union. Ziel des Einsatzes im indischen Ozean ist es, die Handelsroute durch den Golf von Aden und die internationale Hilfe für die somalische Bevölkerung zu sichern. Piratenangriffe sollen verhindert bzw. abgewehrt werden. Laut Bundestagmandat dürfen bis zu 1400 Soldatinnen und Soldaten für Atalanta eingesetzt werden.

Somalia, EUTM-Mission: Dabei handelt es sich um eine sogenannte "Trainingsmission" für die somalischen Sicherheitskräfte. Etwa 140 Soldaten und Soldatinnen bilden einheimische Rekruten aus. Schulungsinhalte sind Minen- und Explosivkörperabwehr, Kampf in bebautem Gelände sowie Sanitäts- und Fernmeldewesen. Die Mission findet in Uganda statt. Derzeit sind 13 Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen dort im Einsatz.

Kongo, EUSEC-Mission: An dieser 2005 beschlossenen Mission der Europäischen Union zur Unterstützung des Aufbaus des Sicherheitssektors in der Demokratischen Republik ist die Bundeswehr derzeit mit drei Soldaten in Kinshasa beteiligt.

Sudan UNAMID-Mission: In der westsudanesischen Krisenregion Darfur kann die Bundeswehr mit Lufttransporthilfen die gemeinsame Mission von UN und Afrikanischer Union unterstützen. Derzeit sind sechs deutsche Soldaten und Soldatinnen vor Ort. Der Bundestag stimmte im November 2007 zu, dass sich bis zu 250 Bundeswehrsoldaten an UNAMID beteiligen.

Südsudan, UNMIS-Mission: Nach 20 Jahren Bürgerkrieg beschlossen die Vereinten Nationen eine Mission, die den Frieden im Süd-Sudan absichern soll. Daran beteiligen sich 31 Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr. Das Bundestagsmandat erlaubt die Entsendung von maximal 75 Männern und Frauen

(Quelle: Bundeswehr)

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