Ursula von der Leyen | Bildquelle: dpa

Nach Bundeswehrskandal Von der Leyen feuert Referatsleiter

Stand: 11.02.2017 15:07 Uhr

Die Aufdeckung von Gewaltritualen in einer Kaserne für Elitesoldaten in Pfullendorf hat wohl personelle Konsequenzen: Nach einem Bericht des "Spiegel" setzte Verteidigungsministerin von der Leyen den Referatsleiter für Innere Führung im Ministerium ab.

Die Aufdeckung von Gewaltritualen und sexueller Erniedrigungen in einer Kaserne für Elitesoldaten im baden-württembergischen Pfullendorf hat nach einem Bericht des "Spiegel" weitere personelle Konsequenzen: Nach Informationen des Nachrichtenmagazins setzte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Anfang der Woche den Referatsleiter für Innere Führung im Ministerium ab.

Zeichen für Neuanfang

Aus Sicht des Ministeriums sei die Abteilung von Oberst Burkhard Köster in den vergangenen Jahren Beschwerden wegen sexuellen Mobbings oder brutaler Ausbildungsinhalte zu zögerlich nachgegangen. Zwar werde ihm keine persönliche Schuld an der langen Verharmlosung der Zustände in der Staufer-Kaserne zugeschrieben. Gleichwohl solle ein Personalwechsel ein Zeichen für eine Art Neuanfang sein.

"Abstoßend und widerwärtig"

Anfang Februar hatte sich der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf ein Bild der Lage gemacht. Anlass für den "Dienstaufsichtsbesuch" waren Berichte über demütigende Rituale und sexuelle Nötigung in der Truppe

Von der Leyen forderte einen offeneren Umgang mit Missständen bei der Bundeswehr. Die Ereignisse hatte sie als "abstoßend und widerwärtig" verurteilt und als "bestürzende Zeichen für einen Mangel an Führung, Haltung und Kultur" bezeichnet. Sie versprach, die Vorgänge würden "mit aller Härte aufgeklärt".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Februar 2017 um 15:00 Uhr.

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