Reichtagsgebäude in Berlin
Hintergrund

Teams und Termine für Sondierungen Wer redet wann mit wem?

Stand: 30.09.2021 16:37 Uhr

Die Parteien stellen sich personell für Sondierungen auf. Grüne und FDP kommen jeweils zu zehnt, die SPD zu sechst, CDU und CSU schicken zusammen 15 Verhandler. Auch der Zeitplan für die Gespräche nimmt Gestalt an.

Nach einem ersten überraschenden Treffen von FDP und Grünen haben die Parteien Termine für Sondierungsgespräche zur Bildung einer möglichen Regierung vereinbart. Bei der bevorstehenden Regierungsbildung kommen nur Dreierbündnisse in Frage.

Der aktuelle Zeitplan

- Am Freitag wollen Grüne und FDP erneut miteinander sprechen. Es sollen "erste inhaltliche Fragen vertieft werden", heißt es aus der FDP. Das zweite Treffen soll in erweiterter Runde stattfinden.

- Am Samstag treffen sich die Grünen zu einem kleinen Parteitag.

- Am Sonntag wollen die Sozialdemokraten erst mit der FDP reden, dann mit den Grünen. Am Abend um 18:30 Uhr will die Union mit Vertretern der FDP zusammenkommen.

- Am Dienstag hat die Union die Grünen zu Gesprächen am Vormittag eingeladen.

Die Teams

- Die Grünen wollen mit einem zehnköpfigen Sondierungsteam in die Gespräche über die Regierungsbildung gehen. Das geht aus einem Entwurf der Parteiführung für einen kleinen Parteitag hervor, der an diesem Samstag in Berlin stattfinden soll.

Neben den Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck und den Fraktionschefs im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, sollen dem Team die Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann, Parteigeschäftsführer Michael Kellner, der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die bisherige Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, der Europaparlamentarier Sven Giegold und die stellvertretende Parteivorsitzende Ricarda Lang angehören.

In einem Grünen-Papier für den Kleinen Parteitag steht, die Sondierungen sollten "zügig und vertrauensvoll" in Koalitionsgespräche münden. Die zähen Verhandlungen im Jahr 2017 über die Bildung einer Koalition von Union, Grünen und FDP, die die Liberalen dann letztlich platzen ließen, dürften sich nicht wiederholen.

- Die FDP hat ebenfalls ein zehnköpfiges Team aufgestellt: Parteichef Christian Lindner, Generalsekretär Volker Wissing, Marco Buschmann, Nicola Beer, Johannes Vogel, Lydia Hüskens, Bettina Stark-Watzinger, Michael Theurer, Harald Christ und Moritz Körner. Parteivize Wolfgang Kubicki fehlt nach eigenen Angaben wegen eines medizinisches Eingriffs.

- Die SPD kommt zu sechst mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz, den Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, Fraktionschef Rolf Mützenich, der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Generalsekretär Lars Klingbeil.

- Das Verhandlungsteam der CDU besteht aus zehn Personen: Parteichef Armin Laschet, Generalsekretär Paul Ziemiak, Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus sowie die Ministerpräsidenten Volker Bouffier (Hessen), Daniel Günther (Schleswig-Holstein), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt). Genannt werden auch die stellvertretenden Parteivorsitzenden Thomas Strobl, Julia Klöckner, Silvia Breher sowie Jens Spahn. In der CSU sollen neben Markus Söder Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Generalsekretär Markus Blume, CSU-Vize Dorothee Bär und der parlamentarische Geschäftsführer der Landesgruppe, Stefan Müller, die Gespräche führen.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. September 2021 um 17:10 Uhr.