Ein Flüchtling verlässt die Außenstelle des BAMF in Suhl, Thüringen | Bildquelle: dpa

BAMF widerspricht Mitarbeiter waren qualifiziert

Stand: 13.01.2017 13:23 Uhr

Das Bundesamt für Migration- und Flüchtlinge wehrt sich gegen die Vorwürfe, viele der neu eingestellten Mitarbeiter seien nicht genügend qualifiziert. Die befristet eingestellten Kollegen hätten nie über Asylverfahren entschieden - sie waren als sogennante Anhörer tätig.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat einem Bericht widersprochen, demzufolge viele neu eingestellte Mitarbeiter unzureichend qualifiziert waren. Der MDR hatte berichtet, dass bei den neuen Mitarbeitern nicht geprüft worden sei, ob sie einen verwaltungsnahen Abschluss haben. Dies sei auch nicht nötig gewesen, sagte nun eine BAMF-Sprecherin, denn die Mitarbeiter wären für kurze Zeit gezielt als "Anhörer" eingestellt worden - nicht mit der Maßgabe, als Entscheider tätig zu sein.

Im vergangenen Jahr habe das Amt demnach etwa 1900 "Anhörer" eingestellt. Sie sprechen während des Asylverfahrens mit den Flüchtlingen und hören sich unter anderem ihre Fluchtgründe an. Unter den neu eingestellten Kräften waren nach Angaben der Behörde Diplom-Juristen, die auf einen Referendariatsplatz warteten, sowie Rechtspfleger und Angehörige anderer Berufe. Ein Studium sei Einstellungsvoraussetzung gewesen, sagte die Sprecherin.

800 Verträge verlängert

Für die Tätigkeit als "Anhörer" seien die neuen Mitarbeiter drei Wochen lang geschult worden und dann an ihren Arbeitsplätzen weitergebildet worden. Sie hätten ihre Arbeit "gut gemacht", betonte die Sprecherin: "Es gibt für uns derzeit keinen Anlass, die getroffenen Entscheidungen, die aus den Anhörungen dieser Mitarbeiter resultierten, noch einmal pauschal in Frage zu stellen."

Rund sechs Prozent der Arbeitsverträge seien dennoch auf Grundlage der Probezeitregelung gekündigt worden. "Das Teilzeitbefristungsgesetz sieht Probezeitkündigungen mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen zum Monatsende vor. Davon wurde seit September 2016 bundesweit bei rund 100 Verträgen Gebrauch gemacht."

800 Verträge wurden allerdings auf zwei Jahre verlängert. Diese Kollegen erfüllten die nötigen Voraussetzungen - etwa hätten sie einen verwaltungsnahen Hochschulabschluss oder langjährige Verwaltungserfahrung -, um am Ende des Asylverfahrens auch über eine Anerkennung oder Ablehnung entscheiden zu können. Die restlichen rund 1000 Verträge liefen den Angaben zufolge nach den sechs Monaten aus. Insgesamt hat das BAMF im vergangenen Jahr etwa 6500 neue Mitarbeiter eingestellt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Januar 2017 um 12:24 Uhr

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