Frank-Jürgen Weise  | Bildquelle: dpa

BA-Chef wird auch Präsident des Flüchtlingsamts Ein Mann, zwei Chefposten

Stand: 18.09.2015 17:27 Uhr

Frank-Jürgen Weise leitet bereits die Bundesagentur für Arbeit. Nun wird er zusätzlich Chef des Bundesflüchtlingsamts - laut Innenminister de Maizière "einer der schwierigsten Posten" Deutschlands. Die Gefahr, das Doppelamt könne zu viel sein, sieht de Mazière nicht.

Der Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, soll neuer Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) werden. Das gab Bundesinnenminister Thomas de Maizière bekannt. Weise habe zugestimmt, beide Aufgaben gleichzeitig zu übernehmen.

"Ohne den Hauch einer Bedingung"

"Er ist jetzt für diese Aufgabe der Beste", so de Maizière weiter. Der 63-Jährige sei einer der hervorragendsten Manager in Deutschland, diese Qualitäten würden nun angesichts der schwierigen Lage des BAMF in der Flüchtlingskrise gefordert. Das Amt des BAMF-Präsidenten sei einer der schwierigsten Posten, der in Deutschland zurzeit zu vergeben sei. Weise habe ohne den "Hauch einer Bedingung" seine Bereitschaft erklärt, diese große Aufgabe zu übernehmen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sagte, Weise sei "der richtige Mann für diese Mammutaufgabe" und mit seiner großen Erfahrung "einer, der das eben auch noch zusätzlich stemmen kann". Sie habe ihn daher zu der Doppelaufgabe ermuntert und sei "froh und dankbar", dass Weise zugestimmt habe. "Es geht darum, die Abläufe besser miteinander zu verzahnen."

Arbeitsagentur-Chef Weise übernimmt das Flüchtlingsamt
tagesschau 20:00 Uhr, 18.09.2015, Matthias Deiß, ARD Berlin

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Opposition spricht von einem "Bauernopfer"

Der bisherige BAMF-Leiter, Manfred Schmidt, hatte inmitten der Flüchtlingskrise gestern seinen Rücktritt "aus persönlichen Gründen" erklärt. Das Bundesamt steht in der Kritik, weil die Bearbeitung der Asylanträge nicht Schritt hielt mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge. Aus Bund und Ländern war zudem Kritik am Krisenmanagement des Bundesamts wie auch des Innenministeriums laut geworden. Die Opposition wertete den Rücktritt Schmidts als "Bauernopfer".

Keine vorübergehende Lösung

Weise war bereits von der Bundesregierung zum Flüchtlingskoordinator berufen worden. Er soll einen neu eingerichteten Arbeitsstab leiten und erste Vorschläge zur Beschleunigung von Verfahrens bereits auf dem Flüchtlingsgipfel von Bund und Ländern am 24. September vorlegen. An den Strukturen und an der Arbeit von BA und BAMF selbst werde sich nichts ändern, sagte der Innenminister. Die Berufung Weises an die Spitze beider Behörden sei keine vorübergehende Lösung.

Auf die Frage, ob vor dem Hintergrund des Drucks auf das Bundesamt diese Doppelbelastung nicht zu viel sei, sagte de Maizière, er traue Weise die Aufgabe zu. Praktisch immerhin sei das Doppelamt kein Problem - beide Behörden hätten ihren Hauptsitz in Nürnberg, sagte der Minister.

Super-Präsident Frank-Jürgen Weise
S. Ueberbach, ARD Berlin
18.09.2015 16:59 Uhr

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