Screenshots aus dem DGB-Video zum 1. Mai 2017

Imagekampagne des DGB Der 1. Mai und das Katzenvideo

Stand: 29.04.2017 22:30 Uhr

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat Nachwuchs- und Imageprobleme - und gibt sich zum 1. Mai im Internet betont innovativ. Experten meinen, dass die Gewerkschaften ihre Rolle als Anwalt für Gerechtigkeit betonen sollten. Die Zeit dafür sei im Wahljahr gut.

Von Thomas Kreutzmann, ARD-Hauptstadtstudio

"Wir sind viele. Wir sind eins. Für soziale Gerechtigkeit." Das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1.Mai bietet außer einer gewissen Verwechselbarkeit mit dem Logo des Ersten deutschen Fernsehens nicht wirklich Überraschendes - das zugehörige Video auf der DGB-Webseite dagegen schon: Es ist … ein Katzenvideo.

DGB-Chef Reiner Hoffmann
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DGB-Chef Reiner Hoffmann kämpferisch...

Screenshots aus dem DGB-Video zum 1. Mai 2017
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...und als Katzencontent-Nebendarsteller

Tatsächlich lässt der Deutsche Gewerkschaftsbund gefühlt eine Minute lang samtäugige Katzen zu beschwingter Musik über grauen Teppichboden zwischen Bürostühlen tollen. Dann krault in Großaufnahme die Hand eines gepflegteren älteren Herren das Kuschelfell, um dann mit der samtigen Stimme eines Markenartikelwerbers zu erklären: "Katzenvideos sind echt süß. Aber mit uns am 1. Mai auf die Straße zu gehen, gemeinsam für bessere Rechte zu kämpfen, das bringt wirklich was. Nur mit Gewerkschaften gibt es gute Tarifverträge, bessere Arbeitszeiten, ordentliche Arbeitsbedingungen, mehr Urlaub, sichere Arbeitsplätze und vor allen Dingen mehr soziale Gerechtigkeit."

Innovativ - oder einfach nur peinlich?

Der Mann mit der Samtstimme ist der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann. Manche werden das Video unfreiwillig komisch finden, andere genial. Denn Katzenvideos sind der Hit in Internet-Suchmaschinen, und nicht wenige Menschen werden wohl zur eigenen Überraschung auf der Seite des DGB zum 1. Mai landen.

Der kann Zuspruch gebrauchen. Der jahrzehntelange Mitgliederschwund ist zwar gestoppt. Aber wie alle gesellschaftlichen Großorganisationen musste die Einheitsgewerkschaft Federn lassen. Das Allzeithoch von über elf Millionen Mitgliedern gab es als Sondereffekt nach der Wiedervereinigung. Inzwischen haben die acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften noch gut sechs Millionen Mitglieder. Zeitweise war fast jeder dritte Erwerbstätige Mitglied einer DGB-Gewerkschaft, heute ist es fast nur noch jeder siebte.

Einige von ihnen dürften zum 1. Mai zur zentralen Veranstaltung des DGB zum Tag der Arbeit nach Gelsenkirchen kommen. Dort sprechen neben anderen Reiner Hoffmann und die Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles.

Strukturwandel auch Herausforderung für Gewerkschaften

In Gelsenkirchen zeigen sich viele Probleme der Arbeitnehmer und der Gewerkschaften heute. Der Strukturwandel weg von Kohle, Koks und Stahl ist schmerzhaft. Der Umbau zur "Solar City" scheiterte an der chinesischen Dumpingkonkurrenz, und heute verhalten sich manche Mittelständler nach dem "Herr-im-Haus-Prinzip". Noch immer sorgt die Aussperrung von 96 Mitarbeitern eines Wellpappenherstellers für Wut in der Stadt, nachdem der Chef aus Süddeutschland den Laden kurzerhand über Nacht dicht gemacht hatte.

Ökonom Heinz-Josef Bontrup: "Arbeitszeitverkürzung ist lange überfällig"
29.04.2017

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Es wachsen durchaus Jobs nach, aber viele davon in Dienstleistungsbereichen wie der Kranken-und Altenpflege. Doch dort ist der Organisationsgrad deutlich geringer als früher in den Großbetrieben von Kohle und Stahl. Außerdem erhöht die Automatisierung in vielen Branchen Produktivität und Gewinne, verringert aber die Zahl der Arbeitsplätze.

Radikale Vorschläge aus der Wissenschaft

Deshalb fordert ein Querdenker wie der Wirtschaftswissenschaftler Heinz-Josef Bontrup von der Westfälischen Hochschule die 30-Stunden-Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich: "Das ist durchgerechnet worden, das lässt sich locker aus der Produktivität heraus finanzieren. Wir sind eines der reichsten Länder der Erde, wir erzielen pro Jahr ein Volkseinkommen von 2,5 Billionen Euro - da kann man nicht argumentieren, das sei nicht finanzierbar." Die Gewerkschaften täten sich aber leider schwer mit dieser Forderung der Arbeitszeitverkürzung, so der Ökonom.

Politikwissenschafter Karl-Rudolf Korte zur Bedeutung von Gewerkschaften
29.04.2017

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Wahljahr als Chance für den DGB

Apropos Katzenvideo: Manchen "schnurrt" Reiner Hoffmann, der 2014 Michael Sommer an der DGB-Spitze ablöste, zu unauffällig, erst recht verglichen mit dem ebenso kantigen wie gut vernetzten Sommer.

Doch der Duisburger Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sieht die Gewerkschaften durchaus im Aufwind: "Wir haben Zeiten, in denen wir wieder darüber streiten, ob es mehr Gerechtigkeit geben soll. Mehr Sicherheit, mehr Freiheit - das Thema soziale Gerechtigkeit prägt das Superwahljahr. Insofern kommt den Gewerkschaften als Anwalt für Gerechtigkeit eine sehr große Rolle zu." Die Gewerkschaften agitierten eher effektivim Stillen und machetn Druck auf einzelne Abgeordnete im Bundestag, meint Korte.

Die vielen Veranstaltungen zum 1. Mai bieten dagegen eher Traditionspflege und einen Stimmungsrahmen. Wie das Katzenvideo.

Mehr zu diesem Thema am 30. April 2017 im Bericht aus Berlin im Ersten.

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 30. April 2017 um 18:38 Uhr.

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