Sechs Frauen im Astronautinnen-Finale

Sechs Frauen im Finale "Die Astronautin" gesucht

Stand: 01.03.2017 15:29 Uhr

80 Frauen traten an, sechs blieben über, zwei von ihnen können gewinnen. Dass das ein wenig nach Casting-Show klingt, ist wohl durchaus gewollt. Denn hinter der Suche nach Deutschlands erster Astronautin steckt eine Privatinitiative, die so auch für Technik-Berufe werben will.

Claudia Kessler | Bildquelle: Juliana Socher
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Claudia Kessler ist Initiatorin der Aktion.

Bei der Suche nach der ersten deutschen Astronautin haben es sechs Wissenschaftlerinnen in die Endrunde einer privaten Initiative geschafft. Sie setzten sich im medizinisch-psychologischen Auswahlverfahren des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) gegenüber 74 anderen qualifizierten Bewerberinnen durch, teilte die Initiative "Die Astronautin" mit.

Aus diesen sechs verblieben Kandidatinnen - unter anderem eine Astrophysikerin, eine Fachingenieurin für Luft- und Raumfahrt sowie eine Kampfjetpilotin der Bundeswehr - soll eine Jury nun zwei auswählen, die dann die eigentliche Astronauten-Ausbildung durchlaufen sollen.

Mission würde 30 Millionen Euro kosten

Ziel ist es, neben der traditionellen Ausbildung über die Europäische Weltraumorganisation (ESA) privat die erste deutsche Frau für einen Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS zu trainieren. Spätestens 2020 soll es - so peilen es die Initiatoren an - dann tatsächlich zur ISS gehen. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert. Die Initiative will mittels Crowdfunding zunächst das Geld für den ersten Trainingsabschnitt zusammenbekommen. Für die gesamte Mission, die schätzungsweise mehr als 30 Millionen Euro kostet, sollen Sponsoren gefunden werden, sagte Initiatorin Claudia Kessler.

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Sechs Frauen im Astronautinnen-Finale

Insa Thiese-Eich

Insa Thiese Eich ist Meteorologin und Grundlagenforscherin für Wetter- und Klimavorhersagen. Ihre Doktorarbeit schrieb die gebürtige Heidelbergerin über die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch. Sie arbeitet heute für das Meteorologische Institut der Universität Bonn. Thiele-Eich ist verheiratet und hat zwei Töchter. | Bildquelle: Klampäckel

Hoffen auf Werbeeffekt - wie bei Alexander Gerst

Die bisher elf deutschen Astronauten im All waren Männer. In den 80er-Jahren trainierten auch Anwärterinnen für einen Raumflug, kamen bei den Missionen allerdings nicht zum Einsatz.

Bei der von der Unternehmerin Kessler initiierten Aktion handelt es sich nicht um eine offizielle Mission des DLR oder der Europäischen Weltraumagentur ESA. Bundesregierung, Unternehmen und das DLR fördern das Projekt aber. Sie hoffen, dass es dazu beiträgt, dass sich mehr Frauen für technische und naturwissenschaftliche Laufbahnen entscheiden - und hoffen auf eine ähnliche Begeisterung, wie sie etwa der deutsche ISS-Astronaut Alexander Gerst in der Öffentlichkeit verursachte.

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 01. März 2017 um 13:25 Uhr.

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