Ermittler der Polizei nach dem Bombenanschlag in Ansbach

Tatverdächtiger tot Sprengstoffanschlag in Ansbach

Stand: 25.07.2016 11:05 Uhr

Bei einem Sprengstoffanschlag in Ansbach ist der mutmaßliche Täter - ein polizeibekannter Syrer - getötet und zwölf Menschen verletzt worden. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar - Bayerns Innenminister Herrmann hält ein islamistisches Motiv aber für "sehr naheliegend".

Im fränkischen Ansbach hat es am späten Abend eine Explosion gegeben, die nach den Worten von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vorsätzlich herbeigeführt wurde. Ein Mann wurde getötet und zwölf Menschen verletzt, drei von ihnen schwer.

Der Tote ist auch der mutmaßliche Täter. Der 27 Jahre alte Flüchtling aus Syrien habe die Absicht gehabt, auf ein Musikfestival mit mehr als 2000 Besuchern vorzudringen, was ihm aber nicht gelungen sei, sagte Herrmann in der Nacht auf einer Pressekonferenz in Ansbach.

Der Nürnberger Polizeivizepräsident Roman Fertinger erklärte, der Mann habe den Sprengsatz in einem Rucksack gehabt: "Wenn er mit dem Rucksack in die Veranstaltung gelangt wäre, hätte es bestimmt mehr Opfer gegeben." Der Mann sei am Eingang aber abgewiesen worden, weil er keine Eintrittskarte hatte. Daraufhin habe der Mann gegen 22.00 Uhr direkt am Eingang die Explosion ausgelöst.

Der Sprengsatz war laut Polizei geeignet, wesentlich mehr Menschen zu töten. Es seien weit verstreut Metallteile gefunden worden. Nach Angaben der Polizei wird die Untersuchung des Tatorts noch einige Tage dauern. Die Ermittler hätten bei dem Täter ein Handy gefunden, das derzeit von Spezialisten untersucht werde.

Georg Mascolo, ARD-Terrorismusexperte, zum Anschlag in Ansbach
Morgenmagazin, 25.07.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Motive unklar

Die Motive für die Tat sind noch unklar. Der Mann habe schon zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen, sagte Herrmann. Er sei deshalb auch schon in einer psychiatrischen Klinik untergebracht gewesen. Herrmann betonte, es sei noch nicht geklärt, ob der Mann in suizidaler Absicht handelte.

Laut Herrmann war der Mann vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen und stellte einen Asylantrag. Dieser sei vor einem Jahr abgelehnt worden, der Flüchtling sei seitdem geduldet gewesen. Er wohnte laut Herrmann in einer Ansbacher Unterkunft.

Fertinger berichtete, der Mann sei wegen Drogen- und Nötigungsdelikten polizeibekannt. Wegen politisch radikaler Ansichten sei er noch nie aufgefallen.

Roman Fertinger (links) und Joachim Herrmann
galerie

Nürnbergs Polizeivizepräsident Fertinger (links) und Bayerns Innenminister Herrmann informierten in der Nacht über den Anschlag.

Herrmann: Islamistischer Hintergrund "sehr naheliegend"

Herrmann betonte allerdings, die offensichtliche Absicht, mehr Menschen zu töten, weise seiner Meinung nach auf einen islamistischen Hintergrund hin. Der Nachrichtenagentur dpa sagte er: "Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat."

Auch Bayerns Justizminister Winfried Bausback geht nach eigenen Worten davon aus, dass der Anschlag von Ansbach das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters ist. Nach der Axt-Attacke von Würzburg und nun "wohl auch Ansbach" teile er Herrmanns Einschätzung, "dass der islamistische Terror Deutschland erreicht hat".

Ermittlungen nach Sprengstoffanschlag in Ansbach
tagesschau 12:00 Uhr, 25.07.2016, Marc Neupert, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Herrmann: "Auch Leute gekommen, die eine echte Gefahr sind"

Nach dem erneuten Anschlag eines Flüchtlings in Bayern forderte Herrmann Gegenmaßnahmen: "Wir müssen sehen, dass neben vielen Flüchtlingen mit schlimmen Schicksalen auch Leute in unser Land kommen oder gekommen sind, die eine echte Gefahr für die Sicherheit der Menschen in unserem Land darstellen", sagte er der dpa. Das könne man nicht hinnehmen. "Konsequente weitere Wege" müssten beschritten werden.

Innenstadt abgeriegelt

Auf dem Musikfestival waren mehr als 2000 Besucher. Die Veranstaltung wurde abgebrochen, die Besucher mussten den Veranstaltungsort verlassen. Die komplette Altstadt wurde abgeriegelt, Anwohner konnten nicht zurück in ihre Häuser.

200 Polizisten sowie 350 Rettungskräfte und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Stadt Ansbach liegt in Mittelfranken und hat etwa 40.000 Einwohner.

Polizei Bayern @polby_1
Videos und Bilder zum Tatgeschehen bitte an folgende Adresse senden: rba.mittelfranken@web.de #explosion #ansbach
Darstellung: