Erste Ankunftsnachweise für Flüchtlinge Kleiner Ausweis, viel dahinter

Stand: 28.01.2016 15:57 Uhr

Der Ankunftsnachweis für Flüchtlinge ist auf den ersten Blick recht unscheinbar. Schnell gedruckt erinnert er an den alten deutschen Führerschein. Wichtig sind vor allem die Daten, die mit dem Dokument verbunden und zentral gespeichert sind.

Die ersten Asylbewerber haben einen Flüchtlingsausweis erhalten, der offiziell als Ankunftsnachweis bezeichnet wird. Die Ausgabe begann im Rahmen eines Pilotprojekts in Heidelberg. Dort nahm als erster der 27-jährige Jasim den Ausweis in Empfang.

Er hoffe, in Deutschland bleiben zu können und eine Wohnung und Arbeit zu finden, sagte sein Übersetzer. Der Iraker hatte als Obst- und Gemüseverkäufer gearbeitet. Er berichtete von seiner Flucht, die 15 Tage dauerte und ihn über die Türkei, Griechenland und die Balkanroute nach Deutschland führte. "Auf dem Meer war es besonders schlimm", sagte der junge Mann.

Deutschlandweit ab Mitte Februar

In den kommenden Tagen werden Ausgabestellen in Zirndorf, Herford und Berlin eröffnet, die Flüchtlinge mit den Papieren versorgen werden. Ab Mitte Februar sollen die Ausweise deutschlandweit ausgegeben werden, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit.

Einführung der Flüchtlingsausweise in Heidelberg
tagesschau 20:00 Uhr, 28.01.2016

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Ausweis soll auch Missbrauch verhindern

Mit dem Flüchtlingsausweis will die Bundesregierung Probleme bei der Registrierung von Asylbewerbern lösen und den Datenaustausch der zuständigen Behörden verbessern. Darauf enthalten seien neben Foto, Namen und Alter auch Angaben zur Herkunft der Menschen, sagte Markus Richter vom BAMF.

Viel wichtiger seien jedoch die Daten, die in Verbindung mit dem Ausweisinhaber gespeichert werden, erläutert SWR-Reporter Florian Gediehn bei tagesschau24. Dazu zählten die Religionszugehörigkeit, bestimmte Gesundheitsuntersuchungen, der Impfstatus aber auch die Schul- und Berufsausbildung. Alle beteiligten Behörden sollten so Zugriff auf die relevanten Daten bekommen. Außerdem solle so Missbrauch von staatlichen Leistungen verhindert werden, erläutert Gediehn.

Florian Gediehn, SWR, zu den Flüchtlingsausweisen für Asylsuchende
tagesschau24 14:15 Uhr, 28.01.2016

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Dieser sogenannte Stammdatensatz wird laut BAMF auch an das Bundeskriminalamt übermittelt und mit verschiedenen Datenbanken abgeglichen. Da alle mit Flüchtlingen befassten Behörden Zugriff auf die Daten bekommen, ist nach Richters Angaben künftig ausgeschlossen, dass Asylbewerber mit mehreren Identitäten unterwegs sind.

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