Eine Sporthalle im brandenburgischen Nauen, die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war, brennt. ( Archivbild 2015) | Bildquelle: dpa

Gewalt gegen Flüchtlinge Weniger Angriffe - aber immer noch hohe Zahl

Stand: 12.08.2018 15:32 Uhr

Die Angriffe auf Flüchtlinge in Deutschland sind im ersten Halbjahr zwar zurückgegangen. Dennoch gab es 627 Angriffe auf Menschen und 77 Attacken auf ihre Unterkünfte, so das Innenministerium.

Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge in Deutschland ist einem Medienbericht zufolge zurückgegangen, blieb aber immer noch auf einem hohen Niveau. Im ersten Halbjahr 2018 gab es 704 politisch motivierte Angriffe auf Asylsuchende - 627 Übergriffe auf Flüchtlinge außerhalb von Flüchtlingsunterkünften sowie 77 Attacken auf Unterkünfte. Dabei wurden 120 Menschen verletzt. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten.

Im gleichen Zeitraum 2017 lag die Zahl der Attacken noch bei 1227, im ersten Halbjahr 2016 bei 2259. Zuvor hatte dpa von 795 Angriffen im ersten Halbjahr 2017 geschrieben.

Flüchtlingsunterkunft in Dresden | Bildquelle: picture alliance / Monika Skolim
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Eine Flüchtlingsunterkunft in Dresden. Die Linke führte die fortbestehenden Angriffe auch auf politische Stimmungsmache zurück.

Brandstiftung, Sachbeschädigung, Volksverhetzung ...

Zu den Delikten zählten demnach gefährliche Körperverletzung, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidigung, Verstoße gegen das Waffengesetz und andere Delikte.

Die Linke führte die fortbestehenden Angriffe auch auf politische Stimmungsmache gegen Flüchtlinge zurück und kritisierte dabei insbesondere AfD und CSU. Die Zahlen zeigten, dass die "alltägliche Hetze gegen Geflüchtete" konkrete Auswirkungen habe, sagte die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke den Funke-Zeitungen. Die AfD nehme diese Konsequenz ihrer Hetze offenbar ungerührt in Kauf. "Aber auch die CSU und Innenminister Seehofer sollten zur Kenntnis nehmen, dass die einseitig negative Thematisierung von Zuwanderung für die betroffenen Menschen gravierende Auswirkungen hat", mahnte die Linkspartei-Abgeordnete. "Auch wenn ich mich generell über den Rückgang der Zahlen seit 2016 freue, ist das ein unerträglicher Zustand des Alltagsrassismus und rechter Gewalt."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. August 2018 um 09:00 Uhr.

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