Björn Höcke | Bildquelle: dpa

E-Mail an Parteimitglieder AfD-Spitze rückt von Höcke ab

Stand: 22.10.2015 12:19 Uhr

Die rechten Parolen des AfD-Politikers Höcke passen der Bundesspitze der Partei nicht. Die AfD-Chefs Petry und Meuthen warfen ihm vor, mit seinen Äußerungen potenzielle Wähler abzuschrecken. Die Mehrheit der AfD-Mitglieder fühle sich von Höcke nicht vertreten.

Nach dem Auftritt des thüringischen AfD-Landeschefs Björn Höcke in der ARD-Sendung Günther Jauch distanziert sich die Bundesspitze der rechtspopulistischen Partei von dem Politiker. Die AfD-Chefs Frauke Petry und Jörg Meuthen schrieben in einer parteiinternen E-Mail, die mehreren Medien vorliegt, sie fühlten sich "ebenso wie die große Mehrheit der AfD-Mitglieder vom derzeitigen Stil des Auftretens des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke nicht vertreten."

Zugleich warfen sie dem Landeschef vor, durch populistische Parolen potenzielle AfD-Wähler abzuschrecken. "Wir überlassen die Bedienung von billigen Reflexen denjenigen, die mehr nicht zu bieten haben."

Die AfD ziele auf eine "breite Verankerung in der Gesellschaft" ab. "Wir möchten uns nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich deutlich von denjenigen unterscheiden, die zu Recht im politischen Diskurs Deutschlands als Extremisten gebrandmarkt und damit ausgeschlossen sind."

Thüringens AfD-Chef Höcke
tagesthemen 22:15 Uhr, 21.10.2015, Patricia Klieme, MDR

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Provozierender Fernsehauftritt

Höcke fiel unter anderem dadurch auf, dass er während der Sendung eine Deutschlandfahne über seine Stuhllehne drapierte. Im Anschluss behauptete er, Deutschland würde sich mit den Flüchtlingen "sozialen Sprengstoff importieren".

Er sei legitimiert, für den Landesverband Thüringen zu sprechen, nicht aber für die Bundespartei, schrieben die beiden Bundesvorsitzenden weiter. Das Befriedigen persönlicher Gefühle von Teilen der eigenen Klientel sei nicht Zweck von Fernsehauftritten.

Petry soll Medienberichten zufolge auch eine Teilnahme an einer von Thüringens AfD-Landesverband geplanten Anti-Asyl-Demonstration am 4. November in Erfurt ohne Angabe von Gründen abgesagt haben.

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