Aktivisten laden Schutt aus verbrannten Flüchtlingsheimen vor AfD-Büro ab. (Foto: M Boeselager/VICE Media)

Abgebrannte Flüchtlingsunterkunft in Nauen Brandschutt vor AfD-Zentrale abgeladen

Stand: 04.03.2016 16:34 Uhr

Unbekannte haben 2015 einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen verübt. Nun haben Aktivisten verkohlte Überreste vor der AfD-Zentrale in Berlin abgeladen. Sie sehen die AfD als "Brandstifter in Nadelstreifen".

Gegner der AfD haben Überreste einer abgebrannten Flüchtlingsunterkunft vor der Zentrale der Partei in Berlin abgeladen. Daneben lag ein Zettel mit der Aufschrift: "August 2015: Brandanschlag in Nauen - Wir bringen die Überreste der AfD zurück."

Aktivisten laden Schutt aus verbrannten Flüchtlingsheimen vor AfD-Büro ab. (Foto: M Boeselager/VICE Media)
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Die AfD-Gegner bezeichneten die Partei als geistige Brandstifter. (Foto: M Boeselager/VICE Media)

Im brandenburgischen Nauen war im vergangenen August eine Sporthalle angezündet worden. In der Halle hätten vorübergehend 100 Asylbewerber untergebracht werden sollen.

Eine Gruppe mit dem Namen "Nationalismus ist keine Alternative" bekannte sich zu der Aktion unter dem Namen "Return to Sender". "Wir bringen der AfD die Konsequenzen ihrer Politik zum Anfassen zurück", sagte ein Kampagnensprecher laut dem Internetmagazin VICE. Er erklärte, man unterstelle nicht dem AfD-Vorstand, hinter der Brandstiftung zu stecken. Aber mit ihren kalkulierten Tabubrüchen seien sie geistige Brandstifter.

Abgebrannte Turnhalle in Nauen (Foto: M Boeselager/VICE Media)
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Die Turnhalle in Nauen brannte im vergangenen Sommer ab. (Foto: M Boeselager/VICE Media)

AfD-Parteisprecher Christian Lüth zeigte sich zunächst überrascht von der Aktion vor der Tür der Bundesgeschäftsstelle: "Wir sind alle fast von unseren Stühlen gekippt, als vorhin gegen die Tür getreten wurde." Er habe vor dem Gebäude mehrere maskierte Menschen in weißen Overalls gesehen. Die Tür der Geschäftsstelle, die in einem Bürohaus liegt, blieb unbeschädigt.

Vor den Landtagswahlen profiliert sich die rechtspopulistiche Partei mit Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Parteichefin Frauke Petry und AfD-Europaparlamentariern Beatrix von Storch sorgten zum Beispiel für Empörung mit Äußerungen über einen Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge an den deutschen Grenzen. Thüringens AfD-Chef Björn Höcke wurde auch in der eigenen Partei für rassistischen Äußerungen über Afrikaner gerügt.

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