Delegierte auf dem AfD-Parteitag in Hannover. | Bildquelle: AFP

AfD-Parteitag An Gauland führte kein Weg vorbei

Stand: 02.12.2017 22:07 Uhr

Man nimmt es dem neuen AfD-Sprecher Gauland ab, dass er eigentlich nicht Parteichef werden wollte. Doch am Ende blieb keine andere Wahl, um einen völligen Riss in der Partei zu vermeiden. Gegen den Rechtsaußenflügel kann zurzeit niemand eine Spitzenposition in der AfD einnehmen.

Eine Analyse von Karin Dohr, ARD-Hauptstadtstudio

Die AfD hat eine Richtungsentscheidung getroffen: weg von einem bürgerlich-realpolitischen Kurs, hin zu einer weiten Öffnung nach rechtsaußen. Beide Personen des Spitzenteams wurden gewählt, nachdem sie sich in ihren Bewerbungsreden klar und deutlich vor dem nationalkonservativen Flügel rund um Björn Höcke verbeugt haben.

Jörg Meuthen bezeichnete sich zwar als bürgerlich und nicht zum Flügel gehörend, doch er betonte die wichtige Rolle eben dieses Flügels für die AfD. Dafür hat er heftigen Applaus geerntet. Soweit, so erwartet.

Nach zwei Wahlgängen gescheitert

Die Überraschung, die viele Flügelvertreter hinter den Kulissen schon den ganzen Tag angekündigt hatten, war dann Doris von Sayn-Wittgenstein, Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein. Sie gab das hartleibige Gegenprogramm zum realpolitisch argumentierenden Konkurrenten Georg Pazderski, Landesvorsitzender aus Berlin. Und sie, die gerade mal seit einem Jahr bei der AfD ist, wurde dafür mit frenetischen "Doris, Doris"-Rufen gefeiert.

Zwei Wahlgänge folgten, es gab keine klare Mehrheit - dann war Pazderski gescheitert. Von Sayn-Wittgenstein hatte ihre Aufgabe erfüllt und zog die Kandidatur zurück. Nach chaotischen Szenen und einer mehr als halbstündigen Unterbrechung stellte sich dann Alexander Gauland zur Verfügung.

Marie-Kristin Boese, SWR, kommentiert den AfD-Parteitag
Tagesthemen 23:30, 02.12.2017

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Man nimmt es Gauland ab, dass er eigentlich nicht Parteichef werden wollte. Doch es führte kein Weg an ihm vorbei - alles andere hätte die AfD in eine ernste Krise geführt. Die Delegierten im Saal, die sich selbst als gemäßigt bezeichnen, sprechen von Fassungslosigkeit und einer Katastrophe. Nicht, weil sie Gauland ablehnen - sondern weil sie heute erkennen mussten, was in einem politischen Knalleffekt offensichtlich geworden ist: Wer sich klar gegen den Rechtsaußenflügel stellt, kann derzeit in der AfD keine Spitzenposition einnehmen.

Ergebnis der Wahlen zur AfD-Spitze

Bundessprecher: Jörg Meuthen (gewählt mit rund 72 Prozent im 1.Wahlgang)
Bundessprecher: Alexander Gauland (gewählt mit knapp 68 Prozent im 3.Wahlgang, in dem er erstmals antrat, nachdem Georg Pazderski und Doris von Sayn-Wittgenstein in den beiden ersten Wahlgängen die notwendige Mehrheit verfehlt hatten und im dritten Wahlgang nicht mehr kandidierten)

Stellvertretender Bundessprecher: Georg Pazderski (gewählt mit rund 51 Prozent im 1.Wahlgang - die Gegenkandidaten waren Nicolaus Fest und Johannes Sondermann)
Stellvertretender Bundessprecher: Kay Gottschalk (gewählt mit rund 54 Prozent im 1.Wahlgang - die Gegenkandidaten waren Doris von Sayn-Wiitgenstein, Corinna Miazga und Petry Bystron)
Stellvertretender Bundessprecher: Albrecht Glaser (gewählt mit rund 58 Prozent im 1.Wahlgang - Gegenkandidat war André Poggenburg)

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 02. Dezember 2017 um 23:30 Uhr.

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