Europawahl 2014 | Bildquelle: dpa

ARD-Hochrechnung für Deutschland Bis zu zwölf Parteien im EU-Parlament

Stand: 25.05.2014 20:51 Uhr

Vertreter aus zwölf Parteien könnten künftig für Deutschland ins Europaparlament einziehen: Die Union bleibt stärkste Kraft und kommt laut Hochrechnung von Infratest dimap für die ARD auf 35,5 Prozent. Allerdings büßt die Union 2,4 Prozentpunkte ein. Diese Verluste gehen fast vollständig auf das Konto der CSU, die 2,1 Prozentpunkte verlor (CDU: minus 0,3).

Die SPD gewinnt erstmals bei Europawahlen kräftig hinzu und kommt auf 27,2 Prozent - 6,4 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2009. Drittstärkste Kraft werden die Grünen mit 10,7 Prozent (minus 1,4). Ebenfalls im Parlament vertreten ist die Linkspartei mit unverändert 7,5 Prozent. Die FDP büßte erneut massiv ein - minus 7,7 Prozentpunkte - und kommt nur noch auf 3,3 Prozent.

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AfD mit sieben Prozent

Erstmals im Europaparlament vertreten ist die europakritische Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie kam auf 7,0 Prozent. Zudem könnten sechs kleine Parteien nach dem Wegfall der Sperrklausel den Sprung nach Brüssel schaffen: Die Freien Wähler erreichen laut ARD-Hochrechnung 1,5 Prozent, die Tierschutzpartei 1,2 Prozent und die Familienpartei auf 0,7 Prozent. Die ÖDP kommt auf 0,6 Prozent, die rechtsextreme NPD auf 1,0 Prozent. Die Piratenpartei erhält 1,4 Prozent.

Nur noch drei Sitze für die FDP

Aus der Hochrechnung ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU und CSU schicken demnach 35 Abgeordnete nach Straßburg und Brüssel - sieben weniger als bisher. Die Sozialdemokraten kommen auf 27 Sitze (plus 4) und die Grünen auf elf (minus 3). Dramatische Verluste muss die FDP verkraften: Sie verliert neun Sitze und kommt nur noch auf drei Mandate. Die Linkspartei bekommt sieben Sitze, die AfD ist erstmals mit sieben Parlamentariern im EU-Parlament vertreten. Bei den kleineren Parteien entsendet laut momentanem Stand jede je einen Abgeordneten.

47,7 Prozent Wahlbeteiligung

Insgesamt waren in Deutschland gut 64 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,7 Prozent. Die Wähler entschieden über die Vergabe von 96 Sitzen im künftigen Europaparlament - womit Deutschland die meisten Abgeordneten aller EU-Mitgliedsländer stellt. Die Wahllokale öffneten um acht Uhr und schlossen um 18 Uhr.

400 Millionen Menschen aus 28 Ländern stimmberechtigt

Europaweit sind diesmal rund rund 400 Millionen Menschen aus 28 Ländern wahlberechtigt. In Großbritannien, den Niederlanden, Irland, Lettland, Tschechien, der Slowakei und Malta konnten die Bürger bereits seit Donnerstag abstimmen. In den übrigen 21 EU-Staaten wurde erst heute gewählt. Vor 23 Uhr wird es keine amtlichen Ergebnisse geben, da in Italien erst zu diesem Zeitpunkt die Wahllokale schließen.

Bereits im Vorfeld ließ sich absehen, dass Deutschland künftig im Europaparlament von mehr Parteien vertreten sein wird als je zuvor. Denn erstmals galt für die Europawahl keine Sperrklausel, wie sie etwa bei Bundestagswahlen in Form einer Fünf-Prozent-Hürde gilt. Diese Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bedeutete, dass eine Partei auch schon mit relativ wenigen Stimmen einen Parlamentssitz gewinnen konnte.

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