Wellen brechen an der Kaimauer von Walton-on-the-Naze in der Grafschaft Essex | Bildquelle: AFP

Winterwetter "Egon" wütet in Europa

Stand: 13.01.2017 14:08 Uhr

Sturmtief "Egon" hat auch Teile Europas im Griff: In Frankreich fiel in 330.000 Haushalten der Strom aus. Passagiere eines Thalys mussten die Nacht im Zug verbringen. Wegen einer Sturmflutwarnung wurden die Bewohner mehrerer südenglischer Küstenorte zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert..

Wegen des Sturmtiefs "Egon" ist in mehr als 330.000 Haushalten in Frankreich der Strom ausgefallen. Betroffen waren vor allem die nordfranzösischen Regionen Normandie und Picardie, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Heftige Winde fegten mit Geschwindigkeiten von teilweise mehr als 130 Kilometern pro Stunde über das Land, entwurzelten Bäume, rissen Stromkabel herunter und beschädigten zahlreiche Dächer. In Südfrankreich wurde eine Frau von einem Baum erschlagen. Tausende Feuerwehrleute und Techniker rückten zu zahlreichen Einsätzen aus.

Sturmschäden in Avranches/ Normandie. | Bildquelle: AFP
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In Avranches in der Normandie hatte die Feuerwehr nach dem Sturm alle Hände voll zu tun.

180 Passagiere verbrachten die Nacht im Zug

In Nordfrankreich mussten 180 Passagiere eines Thalys-Schnellzugs auf dem Weg von Brüssel nach Paris die Nacht im Zug verbringen. Grund waren gleich zwei Oberleitungsschäden, wie ein Sprecher der französischen Staatsbahn SNCF sagte. Die Feuerwehr und der Zivilschutz brachten den Passagieren Decken, heiße Getränke und Essen in den Zug. Er kam schließlich am Freitagvormittag in Paris an - geplant war die Ankunft für Donnerstagabend.

Verkehrsprobleme auch in der Schweiz

Sturmtief "Egon" sorgte auch in der Schweiz für Probleme und legte teilweise den Verkehr lahm. In der Region Basel fielen Züge aus, am Bodensee Fähren, wie die Schweizer Bahnen mitteilten. Auf der Autobahn Richtung Basel krachten hinter dem Tunnel Eich nördlich von Luzern zehn Autos ineinander. Ein Mensch wurde nach ersten Angaben der Polizei leicht verletzt.

Die Schweizer Bahn musste einige Strecken wegen der Unwetter schließen. Am Gotthard-Tunnel behinderte Schneefall den Verkehr in beiden Richtungen.

Großbritannien: Küstenorte an der Nordsee evakuiert

Schnee, starker Regen und Sturm haben auch in großen Teilen Großbritanniens zu Behinderungen geführt. Die Behörden warnten auch vor Überschwemmungen. Mehrere Orte an der Nordsee wurden evakuiert, darunter Jaywick mit über 4500 Einwohnern. Viele weigerten sich aber, ihre Häuser zu verlassen.

Sturmflutwarnung für Küstenorte in Südengland | Bildquelle: REUTERS
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Mehrere Küstenorte im Süden Englands werden wegen Sturmflutwarnung evakuiert.

"Das hatten wir doch alles schon mal. Da wurde an der Tür geklopft und man früh morgens aufgeweckt - und dann passierte beim letzten Mal nichts", zitierte der britische Sender Sky News eine 62-Jährige. Eine andere Frau gab an, Angst vor Plünderungen zu haben. Ein Polizeisprecher erklärte, dass die Menschen nicht gezwungen werden könnten, ihr Zuhause zu verlassen. Der Ort, der etwa 100 Kilometer nordöstlich von London liegt, hat viele marode Häuser.

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