US-Präsident Donald Trump mit Regierungsvertretern | Bildquelle: dpa

Höhere Zölle Trump verstärkt Druck auf Türkei

Stand: 10.08.2018 22:29 Uhr

Inmitten der Währungskrise erhöht US-Präsident Trump den Druck auf die Türkei: Er ordnete die Verdopplung der Zölle auf Aluminium und Stahl an. Die Türkei kündigte Gegenmaßnahmen an.

Im diplomatischen Konflikt mit der Türkei geht US-Präsident Donald Trump einen Schritt weiter: "Ich habe gerade eine Verdoppelung der Zölle auf Stahl und Aluminium hinsichtlich der Türkei bewilligt", teilte er auf Twitter mit. Für Aluminium-Einfuhren würden nunmehr 20 Prozent Zoll fällig, für Stahlimporte 50 Prozent.

Trump verwies ausdrücklich auf die Währungskrise in der Türkei: Die Lira rutsche schnell gegenüber dem Dollar ab. Er fügte hinzu: "Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut!"

Das türkische Außenministerium erklärte am Abend, Trumps Vorstoß missachte die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO). Die Türkei werde darauf die "notwendige Antwort" geben. Einziges Ergebnis des auf Ankara ausgeübten Drucks werde die Schädigung der beiderseitigen Beziehungen zwischen Verbündeten sein. "Die Türkei steht immer auf der Seite, die Probleme durch Diplomatie, Dialog, guten Willen und gegenseitiges Verständnis löst."

Streit um US-Bürger in der Türkei

Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die Ermittler werfen Brunson Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steht. Brunson weist die Vorwürfe zurück.

Pastor Andrew Brunson | Bildquelle: dpa
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Brunson und weitere US-Bürger werden in der Türkei festgehalten.

Die USA hatten deswegen vergangene Woche Sanktionen gegen den türkischen Innenminister Süleyman Soylu und gegen Justizminister Abdülhamit Gül verhängt. Falls sie über Vermögen in den USA verfügen, wird es eingefroren. Außerdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen machen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erließ daraufhin ebenfalls Sanktionen gegen US-Minister. Die Türkische Lira war schon zuvor auf ein Rekordtief gefallen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach in einer Rede von einem "Wirtschaftskrieg", in dem sich sein Land befinde. Er rief alle Türken auf, zur Stützung der Währung Devisen gegen Lira zu tauschen.

US-Strafzölle treiben Türkische Lira Richtung Abgrund
Karin Senz, ARD Istanbul
11.08.2018 07:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. August 2018 um 15:00 Uhr.

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