Flüchtlinge auf der Balkanroute: Schweden | Bildquelle: dpa

Hoher Andrang von Flüchtlingen Schweden stellt EU-Antrag auf Umverteilung

Stand: 06.11.2015 17:42 Uhr

Jeden Tag erreichen 1500 Asylbewerber Schweden. Angesichts dieser Zahl hat das Land bei der EU-Kommission einen Antrag auf Umverteilung der Flüchtlinge gestellt. Bereits am Donnerstag hieß es aus Stockholm: "Wir haben die Grenze des Machbaren erreicht."

Unter dem Eindruck stetig steigender Flüchtlingszahlen ruft nun auch Schweden um Hilfe: Als drittes EU-Land nach Italien und Griechenland hat die Regierung in Stockholm die anderen Mitgliedstaaten zur Aufnahme bereits eingereister Asylsuchender aufgefordert. Die EU-Kommission bestätigte laut der Nachrichtenagentur dpa den Eingang eines entsprechenden Antrags.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl nimmt Schweden von allen EU-Ländern die meisten Asylbewerber auf. Ende September hatten sich die EU-Länder gegen den Widerstand von vier mittel- und osteuropäischen Staaten auf die Verteilung von 160.000 - vor allem in Griechenland und Italien angekommenen - Migranten innerhalb von zwei Jahren geeinigt.

In der Praxis läuft die Umverteilung nur sehr schleppend an. Nach neuen Zahlen der EU-Kommission wurden bislang nur 136 der 160.000 Migranten umverteilt. Schweden übernahm davon 38 aus Italien.

Schweden: Das Boot ist voll
Weltspiegel 19:20 Uhr, 30.10.2015, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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"Grenze des Machbaren erreicht"

Die Integration der Asylsuchenden bereitet dem skandinavischen Land zunehmend Probleme. "Wir haben die Grenze des Machbaren erreicht" sagte Migrationsminister Morgan Johansson am Donnerstag. Er hoffe, sein Aufruf habe einen dämpfenden Effekt.

Inzwischen kommen täglich 1500 neue Asylbewerber in Schweden an. Darunter seien viele, die zuvor in Deutschland in Zelten untergebracht waren und sich angesichts der verschärften Aufnahmebedingungen entschieden hätten, nach Schweden weiter zu reisen, sagte Johansson.

In der Region Rostock sollen sich nach Angaben der schwedischen Einwanderungsbehörde 5000 Menschen aufhalten, die nach Schweden wollten. Die Behörde hatte früher am Tag an die Kommunen appelliert, mehr Plätze, zum Beispiel in Sporthallen, zur Verfügung zu stellen.

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