Schulz | Bildquelle: dpa

Nachfolge für den Außenminister Kommt nun Schulz für Steinmeier?

Stand: 14.11.2016 12:39 Uhr

Nach der Koalitionsentscheidung für Steinmeier als Gauck-Nachfolge ist der Poker um das nächste Amt eröffnet. Als ein Kandidat auf den Posten des Außenministers gilt Martin Schulz. Für den Präsidenten des EU-Parlaments käme der Wechsel nach Berlin gerade recht.

Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Für den Präsidenten des Europäischen Parlamentes und passionierten Außenpolitiker Martin Schulz kommt die Nachricht, dass der Posten des deutschen Außenministers im Februar neu zu besetzen ist, genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn wenn sich Schulz an sein 2014 schriftlich gegebenes Ehrenwort hält, muss er Anfang kommenden Jahres zur Halbzeit der Amtsperiode seinen Posten als Präsident des Europäischen Parlamentes abgeben - und zwar an ein Mitglied der Konservativen Europäischen Volkspartei EVP.

Behält er aber trotz dieser Rotationszusage seinen Posten - mit dem Argument, Europa sei in der Krise, deshalb sei an der Spitze der EU Kontinuität gefragt - dann gilt der gelernte Buchhändler aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet als wortbrüchig.

Konsequente Fortsetzung der Karriere?

Brüssel ist für Schulz karrieremäßig ausgereizt, nachdem der Spitzenkandidaten der europäischen Sozialdemokraten und Sozialisten für die Europawahl 2014 sein eigentliches Traumziel nicht erreichte - Präsident der Europäischen Kommission zu werden. Er wurde von seinem konservativen Duzfreund Jean-Claude Juncker geschlagen. Daher wäre das Auswärtige Amt jetzt für den mehrsprachigen und welterfahrenen Europapolitiker Schulz die konsequente Fortsetzung seiner Laufbahn.

Alle Auswahlkriterien des Auswärtigen Amtes für zukünftige Diplomaten erfüllt der historisch beschlagene Politprofi spielend. Und auch als SPD-Kanzlerkandidat und Merkel-Konkurrent ist der populäre Schulz sehr gut vorstellbar. Mit Blick auf die Entwicklung in der Türkei betonte Schulz in Brüssel: Wer die Axt an die Pressefreiheit lege, der töte die Demokratie. Neben der Türkei ist auch der gewählte US-Präsident aus der Sicht von Martin Schulz eine Herausforderung für Europa: Trumps Werte seien das Gegenteil von unseren europäischen, betont der mögliche zukünftige Außenminister in Brüssel.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. November 2016 um 16:50 Uhr.

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