US-Präsident Trump und Ex-Chefstratege Bannon | Bildquelle: AFP

Steve Bannon Einflüsterer, Manipulator, Stratege

Stand: 10.01.2018 11:27 Uhr

Er war Berater von Präsident Trump und Chef der rechtspopulistischen Webseite "Breitbart News". Jetzt ist Steve Bannon beide Jobs los. Die wohl schillerndste Figur der US-amerikanischen Rechten ist zunächst auf dem Abstellgleis gelandet - zumindest vorerst.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Als Donald Trump in seiner düsteren Antrittsrede den Zustand des Landes in apokalyptischen Worten beschrieb ("Dieses amerikanische Gemetzel hat ein Ende. Jetzt und hier") und eine Stunde Null versprach, steckte wohl Steve Bannon dahinter.

Bannon, der die Aura des Dunklen pflegt und schätzt, galt als Einflüsterer, großer Manipulator, Chefstratege an der Seite Trumps. Bis er seinen Berater-Job im Weißen Haus im August letzten Jahres aufgeben musste, hatte er das Ohr des Präsidenten.

Steve Bannon | Bildquelle: dpa
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Abgang: Nach dem Weißen Haus verlässt Steve Bannon nun auch "Breitbart News"

Der bekennende Nationalist, Einwanderungskritiker und Gegner von Freihandelsabkommen gilt auch als einer der Väter des Einreiseverbots für Menschen aus sechs vornehmlich muslimischen Ländern. Und, was für Trump wahrscheinlich am wichtigsten war: Er war der direkte Draht zu seiner Basis. Bannon hat den US-Präsidenten am rechten gesellschaftlichen Rand populär gemacht, seinen Wahlkampf 2016 gerettet.

Bannon entschuldigte sich

Nun verlässt Bannon auch die rechte Nachrichtenseite "Breitbart News". Nach der Veröffentlichung des Buchs "Fire and Fury" hatte er mit einem seiner ehernen Grundsätze gebrochen. Er war zurückgerudert, hatte sich entschuldigt. Das alles, um irgendwie noch zu retten, was zu retten ist. Denn wichtige Geldgeber haben ihm die Freundschaft gekündigt.

Nach seinen kritischen Äußerungen über Donald Trumps Präsidentschaft und dessen Sohn Donald Jr. hatte Bannon mehr Gegner als je zuvor. Dabei gab es davon schon im Weißen Haus nicht wenige, allen voran Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. In seiner Zeit im Weißen Haus hatte Steve Bannon in seinem Büro ein Whiteboard angebracht. Eine weiße Wand, auf der die Versprechen von Trump im Wahlkampf standen. Er hat abgehakt, was erledigt ist. Vieles war bei seinem Abgang offen.

Bannon war selbst bei der Navy. Er hat eine Vorliebe für militärische Strategien. Ein Harvard-Absolvent, der strategisch wie ein Feldherr vorgeht. Für ihn zu arbeiten, war hart, erzählt einer seiner ehemaligen Mitarbeiter: "Alles ist Konfrontation. Provokation. Niemals zurückweichen, niemals entschuldigen, niemals Schwäche zeigen."

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, zum Rauswurf Bannons
nachtmagazin 00:15 Uhr, 11.01.2018

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Ein Unruhestifter auf dem Abstellgleis

America First, das ist Bannon. Er wollte den Staat, wie es ihn gibt, zerstören. Das hat er offiziell erklärt. Mit Bannons Rücktritt bei "Breitbart News" fehlt ihm dafür nun ein wichtiges Forum. Die moderaten, etablierten Republikaner dürften aufatmen. Schließlich hatte Bannon vor, die Parteien, auch die Republikaner, in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Ein Unruhestifter, Aufwiegler mit zerstörerischen Tendenzen, der nun erstmal auf dem Abstellgleis gelandet ist. Die Warnung von Chris Buskirk, einem Vertrauten von Bannon, in einem Interview mit NPR klingt heute wohl weniger bedrohlich für Trump: "Wenn Bannon von den gegnerischen Kräften aus dem Weißen Haus gedrängt wird, ist das für die Präsidentschaft gefährlicher als die Untersuchungen von Sonderermittler Mueller in der Russlandaffäre."

"Schmuddel-Steve" mit Millionenvermögen

Aus dem engen Trump-Vertrauten, der für den Präsidenten sogar im Anzug zur Arbeit kam, ist im Trump-Twitter-Jargon nun "Sloppy Steve" geworden. Übersetzt heißt das soviel wie "Schmuddel-Steve".

Sorgen muss man sich nicht um den Mann machen, der meist etwas ungepflegt rumläuft, in kurzer Cargohose, ungekämmt und unrasiert. Als Investmentbanker für Goldman Sachs und Hollywoodproduzent hat Bannon Millionen gemacht.

Der rechte Revolutionär: Porträt von Steve Bannon
Martina Buttler, ARD Washington
10.01.2018 11:23 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Januar 2018 um 05:16 Uhr.

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