Hintergrund

Die ständigen Marineverbände der NATO Multinational und immer im Einsatz

Stand: 11.02.2016 13:57 Uhr

Gegen Schleuserbanden wird in der Ägäis künftig auch der NATO-Marineverband SNMG2 eingesetzt, der derzeit von einem deutschen Admiral kommandiert wird. Flaggschiff ist der Versorger "Bonn". Das Einsatzgebiet ist wegen Gebietsstreitigkeiten heikel.

Die NATO verfügt über vier ständige Marineverbände, die multinational organisiert sind und eine schnelle Reaktion auf Krisen und Konflikte gewährleisten sollen. Es gibt zwei große Hauptverbände: Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG1) und Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG2). Die Zusammensetzung und Größe der Einsatzgruppen variiert.

Die beiden anderen Verbände - SNMCMG1 und SNMCMG2 - werden aus Minensuchbooten gebildet, die vor allem nach alter Munition suchen.

Admiral Klein, übernehmen Sie

Für die Mission gegen Schlepper wird die SNMG2 eingesetzt, deren Hauptoperationsgebiet traditionell das Mittelmeer ist. Der Verband wird derzeit vom deutschen Versorgungsschiff "Bonn" geführt und befindet sich in der Nähe Zyperns. Das Kommando führt der deutsche Flottillenadmiral Jörg Klein. Zu SNMG2 gehören derzeit auch die kanadische Fregatte "Fredericton" und die türkische "Barbaros". Der Verband beendete vor wenigen Tagen eine Übung mit türkischen Kriegsschiffen.

Für die Mission in der Ägäis soll der Verband möglicherweise auf bis zu zehn Kriegsschiffe aufgestockt werden. Mit Griechenland und der Türkei sei vereinbart, dass griechische Schiffe nicht in türkischen Hoheitsgewässern tätig werden und türkische nicht in griechischen, machte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg deutlich. Hintergrund sind zahlreiche Gebietsstreitigkeiten zwischen beiden Ländern in der Ägäis.

Die Schiffe sollen der griechischen und türkischen Küstenwache sowie anderen Behörden "wichtige Informationen" zur Verfügung stellen, um Menschenschmuggel und verbrecherischen Netzwerken entgegenzutreten, so Stoltenberg.

Das Arbeitspferd der Marine

Die "Bonn" ist ein Einsatzgruppenversorger, der mit 174 Metern Länge und rund 20.000 Tonnen Verdrängung zu den größten Schiffen der deutschen Marine zählt. Das Schiff trägt wesentlich dazu bei, dass ein Marineverband über 45 Tage völlig autark mit Brennstoffen, Lebensmitteln, Ersatzteilen und Munition versorgt werden - und damit an fast jeden Ort der Welt gelangen kann.

Die "Bonn" verfügt über einen Landeplatz für die Bordhubschrauber und ein Marineeinsatzrettungszentrum, das die Kapazität eines kleinen Krankenhauses hat. Derartige Versorgungsschiffe können auch für humanitäre Missionen wie der Hilfe bei Naturkatastrophen eingesetzt werden.

Der deutsche Einsatzgruppenversorger "Bonn" | Bildquelle: dpa
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Der neue Einsatzgruppenversorger "Bonn" verlässt im Januar 2014 den Marinestützpunkt Wilhelmshaven

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